
9. Juli 2026 Felix H
Die ESC-Familie trauert: In der Nacht auf Donnerstag ist Bonnie Tyler mit 75 Jahren in einem Krankenhaus an ihrem Wohnsitz in Portugal an den Folgen einer schweren Erkrankung gestorben.
Geboren wurde sie 1951 als Gaynor Hopkins in Wales. Aus ihr wurde eine der unverwechselbarsten Stimmen der Popgeschichte: jenes raue, brüchige Timbre, das ihr wegen des markanten, kratzigen Klangs den Beinamen „die weibliche Rod Stewart“ eintrug. Der Durchbruch kam in den 1970ern mit „Lost in France“ und „It’s a Heartache“. Zur Weltstar-Ikone wurde sie an der Seite von Produzent Jim Steinman: „Total Eclipse of the Heart“ führte 1983 die Charts in Großbritannien und den USA an, und „Holding Out for a Hero“ wurde zur unsterblichen Hymne.
Für die Eurovision-Gemeinde bleibt vor allem ein Jahr unvergessen: 2013 trat Bonnie Tyler für das Vereinigte Königreich beim Eurovision Song Contest an. Ihr Beitrag „Believe in Me“ stammte von ihrem in den Nashviller Blackbird Studios aufgenommenen Album „Rocks and Honey“. In Malmö belegte sie am Ende Platz 19 von 26 mit 23 Punkten. Doch diese Platzierung konnte ihrem Standing in der Szene nichts anhaben. Wer sie damals erlebt hat, erinnert sich weniger an die Punktezahl als an ihre Wärme, ihre Bodenständigkeit und ihren ungebrochenen Humor.
Bis zuletzt stand sie auf der Bühne: Für 2026 war eine große Tournee mit fast zwanzig Konzerten in Deutschland geplant. Nun bleibt uns die Erinnerung an eine warmherzige Vollblut-Entertainerin.
Bildquelle: Albin Olsson/Wikimedia