
28. April 2024 Frank Albers
Heute (Sonntag) stehen die ersten Einzelproben von acht weiteren Acts auf dem Programm, alle haben dabei wieder 30 Minuten, um die riesige Bühne auszuprobieren und sich an sie zu gewöhnen.
Wir beobachten die Proben anhand der zur Verfügung gestellten Ausschnitte und Bilder.
Diese Seite wird in Verlauf des Tages reglmäßig aktualisiert, daher immer mal wieder reinschauen.
Hier unsere ersten Eindrücke:
1. 10:30: Island: Hera Björk mit „Scared of Heights“
Hera, Lieblings-Diva vieler Fans in ganz Europa, machte heute Morgen den Anfang. Im Unterschied zu dem roten Einteiler bei der Vorentscheidung „Söngvakeppni“ trägt sie nun ein stark glitzerndes goldenes Kostüm mit Fransen. Wild! Auf Pyro scheinen die Isländer in diesem Jahr zu verzichten, zumindest wurde es heute nicht gepobt. Hera ist ihnen wohl Feuerwerk genug.
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2. 11:10: Slowenien: Raiven mit „Veronika“
Für die Inszenierung hat sich Raiven in einen dunkelsilbernen Body gezwängt. Ihre Performance beginnt auf dem Boden und ihre Bewegungen lösen pulsierende Grafiken auf dem LED-Boden aus. Zu ihr gesellen sich fünf spärlich bekleidete Tänzer, die sehr anstrengend aussehende Bewegungen aus ineinander verschlungenen Körpern vorführen. Optisch wirkt das wie das offizielle Video, mit all der dazu gehörigen Dramatik.
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3. 11:50: Finnland: Windows95Man mit „No Rules“
Die finnische „Egg Show“ hat es auch nach Malmö geschafft. Auch der fleischfarbende Tanga, der „genau den Regeln entspricht“, die winzigen Shorts und die hohen Töne von Henri Piispanen sind natürlich dabei. Dazu kommt eine wolkigen LED-Wand, die wohl einen 90er-Jahre-Bildschirmschoner darstellen soll. Die Choreographie der Tänzer dieses Acts wurden angeblich von Teemus (Windows95Man) Liebe zu Gina Gs ?Ooh Aah?Just A Little Bit? inspiriert.
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4. 12:30: Moldau: Natalia Barbu mit „In The Middle“
Die Inszenierung beruht nur noch in kleinen Teilen auf dem Auftritt aus dem moldauischen Finale, mit Händeklatschen und Armographie und einer weißen Geige. Aber Natalia wird nicht mehr von Backgroundsängern und -sängerinnen flankiert, sie ist ganz allein, vor einer wunderschönen Kulisse aus Meereslandschaften, Bäumen, Blumen und Schmetterlingen.
Während des Geigenabschnitts verwandelt sich die LED-Wand in riesige Flügel, so dass Natalia von vorne betrachtet wie ein Engel aussieht. Es ist völlig anders als alles, was wir bisher auf dieser Bühne 2024 gesehen haben. Und wieder einmal beweisen die Moldauer, wie schon so oft in den letzten Jahren, dass sie glänzende Inszenierungs-Künstler sind.
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4. 14:10: Aserbaidschan: Fahree feat. Ilkin Dvlatov mit „Özunla Apar“
Fahrees Outfit ist schwarz und silbern und wirkt wie ein Panzer. Ilkin ist in Schwarz mit glitzernden Ärmeln. Den größten Teil des Songs steht Fahree alleine in der Mitte der Bühne, unterstützt von monochromen Grafiken, die eine animierte Figur zeigen, die langsam aus dem Wasser auftaucht. In der zweiten Hälfte erscheinen zwei riesige, hohle Hände auf der Bühne, sodass Fahree zwischen ihnen stehend die letzte Strophe und den Refrain singen kann.
Dieser Auftritt lebt weniger von einzelnen Bühnenelementen, als von der kraftvollen Atmosphäre, die Fahree und Ilkin gemeinsam erzeugen. Fahrees ausdrucksstarken Körperbewegungen tragen zusätzlich zu dieser Atmoshäre bei.
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5. 14:50: Australien: Electric Fields mit „One Milkali (One Blood)“
War das offizielle australische Video noch recht schlicht geraten, ist der Auftritt von Electric Fiels in Malmö eine gewaltige Farborgie. Zaachariaha Fieldings weißes Kleid verwandelt sich zu Beginn in einen Regenbogen, und dann steigert sich die gesamte Aufführung zu einer Art kosmischen Explosion aus Licht und Farbe über die LED-Wand und den Boden und die von der Decke hängenden LED-Würfeln. Unterstützt wird Zaachariaha von seinem Duettpartner Michael Ross am Keyboard, zwei Backgroundsängern und natürlich dem Didgeridoo.
Auf der Bühne herrscht viel Bewegung, jeder Winkel der Bühne scheint genutzt zu werden, pure Freude von Anfang bis Ende.
Zudem ist es die Premiere für eine neue Sprache beim ESC: Yankunytjatjara, eine Sprache der Aborigines, die leider vom Aussterben bedroht ist.
Das Team der EBU bzw. von eurovision.tv hat zudem nach Zaachariahas bevorzugten Pronomen gefragt. Sowohl er/ihm (he/him) als auch sie/ihr (she/her) ist in Ordnung. Das EBU-Team hat sich daher für er/ihm (he/him) entschieden, anderenorts ist aber vielelicht auch sie/ihr (she/her) zu lesen.
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6. 15:30: Portugal: Iolanda mit „Grito“
Obwohl „Grito“eine Ballade ist, hat es einen unterschwelligen Bass, der den Hallenboden vibrieren lässt und bis in den Körper wirkt – so beschreiben es zumindest diejenigen, die bei der Probe in der Halle waren.
Die Inszenierung ähnelt dem Sieg von Iolanda beim Festival da Canção, bei dem fünf weiß gekleidete Tänzer mit bedeckten Gesichtern einen zeitgenössischen Tanz aufführen. Dafür wird der mittlere LED-Würfel abgesenkt, wodurch der Raum intimer wirkt.
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7. 16:10: Luxemburg: Tali mit „Fighter“
Erstmals nach 31 Jahren steht heute wieder eine Verteterin Luxemburgs auf einer ESC-Bühne. Für die Inszenierung zu „Fighter“ wurden zusätzliche Würfel auf die Bühne gestellt, die Tali und ihren fünf Tänzern eine Art Rahmen bieten. Tali trägt einen schwarzen Body (anscheinend ist dies aber nicht ihr finales Outfit, das werden wir dann wohl in der zweiten Probe sehen) und alle ihre Tänzer tragen unterschiedliche rote Outfits. Um auf jeder Seite der Bühne für das Publikums zu wirken, wechseln sie häufig die Position, was gut zu funktionieren scheint. Dazu gibt es kräftig Rauch, Flammen und Feuerwerk. Das erste Halbfinale schließt mit einer glitzernden und energiegeladenen Performance.
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Mit Luxemburg endete der zweite Probentag, morgen (Montag) geht es weiter mit den ersten Teilnehmern aus dem 2. Halbfinale.
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Alle Fotos: EBU