Goedemorgen aus Rotterdam zum 1. Halbfinaltag, 18. Mai

18. Mai 2021 Frank Albers

Es ist soweit, die erste ESC-Live-Show seit 2019 erwartet uns heute Abend. Welch ein Fest! Wie sehr die Künstler und Delegationen auf diesen Moment gewartet haben, konnte man hier im Pressezentrum bereits gestern bei der Juryshow und den Generalproben sehen. Vollkommende Euphorie und Begeisterung, nicht nur weil es für viele der erste Auftritt vor Publikum seit Monaten war, sondern auch weil der große Traum vom Eurovision Song Contest endlich wahr wurde.

Wir grüßen Euch heute morgen mit einem 3-D-Druck der Eurovison-Trophäe, die vor dem Hauptbahnhof Rotterdam Centraal aufgestellt wurde. Gedruckt wurde sie aus 100% recyceltem Plastik, das als Abfall aus den Gewässern in und um Rotterdam gefischt wurde.

Freut Euch auf eine tolle Show heute Abend! Willkommen zurück in der magischen Welt des ESC, zu lange mußten wir darauf warten.
Alle Infos, den Live Blog zur gestrigen Juryshow zum Nachlesen und alle aktuellen Informationen findet ihr hier bei uns auf ogae.de

Euer OGAE-Team

Franks Nachtgedanken zum 9. Probentag, 17.5.

17. Mai 2021 Frank Albers

LIVE-BLOG zum Nachlesen: Die Juryshow (Halbfinale 1) mit grandiosen Auftritten und Technik-Pannen

17. Mai 2021 Marc Gehring

Goedenavond zum ersten Live-Blog bei OGAE Germany. Was haben wir mit euch vor?

Wer singt wie stark in der Juryshow (=Generalprobe für das 1. Halbfinale)? Wem flattern die Nerven? Wie sieht Australiens Back-Up Video aus? Welche Länder haben Last-Minute-Änderungen an ihrem Auftritt im Vergleich zu den Proben? Wer tritt auf als Opening Act und wer als Interval Act?

Wir möchten für euch die Ereignisse und den Ablauf der Juryshow live bloggen, das heißt dieser Beitrag wird laufend aktualisiert. LIVE mitlesen funktioniert ganz einfach, ihr müsst nur den Beitrag ebenfalls regelmäßig aktualisieren.

Wie läuft heute Abend das ESC Jury-Voting ab? Die nationalen Jurys vergeben die Hälfte aller Punkte beim ESC. Dafür treffen sich die Jury-Mitglieder eines Landes und schauen heute Abend gemeinsam die Juryshow an. Jedes Jury-Mitglied erstellt daraufhin, basierend auf Stimme, Komposition und Originalität des Liedes, eine Rangliste. Dabei soll dies jeder unabhängig von den anderen tun. Sobald alle Listen fertiggestellt sind, werden sie von der EBU überprüft und in Punkte umgerechnet. Die Jurys bestimmen also heute Abend schon zu 50% mit, welche 10 Länder sich dann am Dienstag 18.5.21 in der TV Live Show für das Finale qualifizieren.

Wie läuft unser OGAE Live-Blog Voting ab? Simon aus Berlin und Marc aus Stuttgart werden in die Rolle von Jury-Mitgliedern schlüpfen. Dabei werden wir versuchen die einzelnen Songs aus Jury-Sicht bewerten, also ein besonderes Augenmerk auf Stimme, Komposition und Originalität werfen. Pro Song vergeben wir 1 – 12 Punkte.

Da die Juryshow nicht live im TV oder Internet für alle frei zugänglich übertragen wird, habt ihr so die Möglichkeit per Live-Blog dabei zu sein oder die Geschehnisse dann in den Folgetagen nachzulesen. Da wir live und mit hoher Geschwindigkeit bloggen, bitten wir euch, kleine Rechtschreibfehler zu verzeihen.

Beginnen wird Marc mit dem Opening Act und den Startnummern 1 – 8. Ab Startnummer 9 übernimmt dann Simon den Live-Blog.

Los geht?s mit Bildern aus den Niederlanden und sogenannten Tiny Houses (=Mini-Häuser) , die durch leuchtenden Bänder verbunden werden und in Ahoy Arena enden. Auch in den Postkarten vor den Beiträgen werden wir diese Tiny Houses dann wieder sehen.

Der Opening Act ist der ESC-Sieger von 2019 Duncan Laurence. Komplett in rot gekleidet singt er „Feel Something“ der u.a. aus der Feder von Armin van Buuren stammt. Das klingt zeitgemäß und poppiger als „Arcade“. Weiter geht es dann mit einer Tanzeinlage der Eurovision Dance Group.

Nun werden die Moderator*innen Chantal Janzen, Edsilia Rombley und Jan Smit sowie Nicki Tutorials begrüßt. Die Damen haben funkelnde lange Kleider gewählt und Jan trägt einen schwarzen Smoking.

Wie schön, dass man auch eine ordentliche Anzahl an Zuschauern in der Ahoy-Arena erkennen kann, die natürlich auch von den Kameras immer wieder gezeigt werden.

Nach 8 Minuten geht es dann auch schon los. Vor den Acts kommen immer kurze Postkarten, bei denen die Tiny House in verschiedenen Landschaften der Niederlande zu sehen sind. Dazu gibt es witzige technische Tricks, z.B. Ana Soklic in einem Mona Lisa Gemälde.

Diese 16 Acts treten jetzt in ersten Semifinal an:

Startnummer 1 LITAUEN: The Roop – Discoteque

Gleich ein Knaller zu Beginn: Die Publikumslieblinge The Roop präsentieren ihr selbst geschriebenes Werk „Discotheque“. Pluspunkte bei der Jury gibt es sicher für die Kreativität und die Eigenkomposition. Das ist ein Gesamtkunstwerk mit auffälliger schriller Choreografie. Gesanglich z.T. mit Sprechgesang und gehaucht. Das dürfte bei den Jurys vielleicht ein paar kleinere Abzüge geben.

Punkte 20/24 (Marc 10 + Simon 10)

2 SLOWENIEN Ana Soklic – Amen

Auf dem Todesslot 2 gibt es einen kleinen Patzer zu Beginn. Das Mikrofon war die ersten Sekunden aus (wie bei Estland damals). Stimmlich ist Ana eine Waffe und eine der Stärksten im Feld. Super gesungen. Sehr klassisch ohne Schnörkel inszeniert. Zwar wenig innovativ und nicht so eingängig, aber der Jury dürfte das trotzdem gefallen. Ein weitere Pluspunkt ist sicher, dass Ana sowohl an der Komposition als auch am Text beteiligt ist.

Punkte 11/24 (Marc 5 + Simon 6)

3 RUSSLAND: Manizha – Russian Woman

Abwechslungsreicher Song mit Ethno-Elementen und einer starken Message – Female Empowerment. Das dürfte der Jury gefallen. Der Chorgesang klingt auch sehr harmonisch. Aber es gibt auch ein paar Parts, die etwas geschrien klingen. Trotzdem kraftvoll und sehr unterhaltsam mit dem aufklappbaren Kostüm am Anfang. Der Text stammt von Manizha selbst.

Punkte 15/24 (Marc 7 + Simon 8)

4 SCHWEDEN: Tusse – Voices

Schweden schneidet ja häufig im Juryvoting deutlich besser ab als im Televoting. Auch 2021 erleben quasi einen optimierten Melodifestivalen-Auftritt, der über 3 Minuten abwechslungsreich inszeniert ist und zum Thema des Songs passt. Tusse singt ordentlich, aber beim genauen hinhören gibt es auch kleine unsaubere Stellen. „Voices“ ist eine moderne, zeitgemäße Komposition für die breite Masse und charts-kompatibel.

Punkte 14/24 (Marc 8 + Simon 6)

5 AUSTRALIEN: Montaigne – Technicolour (Live-On-Tape-Video)

Montaigne konnte ja aufgrund der Covid-Situation nicht nach Rotterdam reisen. Wir sehen daher die Premiere des Voraufgezeichneten Live-On-Tape Videos. Montaigne trägt ein schwarzes Latex-Outfit und hat die Haare knallbunt gefärbt, passend zum Songtitel „Technicolour“. Sie hat 3 Tänzerinnen dabei. Es gibt immer wieder pfiffige Überblend-Effekte. Der Song kommt daher sehr dynamisch rüber. In ein paar Parts schreit sie mir etwas zu sehr. Vielleicht wirkt es in Summe etwas kühl und steril. Bin aber insgesamt eher positiv überrascht.

Punkte 10/24 (Marc 6+ Simon 4)

6 NORDMAZEDONIEN: Vasil – Here I Stand

Dotter vom Melodifestivalen möchte ihre Show-Idee mit den Spiegeleffekten wieder haben! Sehr getragene, etwas angestaubte Ballade. Sehr emotional vom ausgebildeten Opernsänger Vasil vorgetragen und die Töne sitzen. In den Proben vorher war er jedoch stimmlich noch beeindruckender. Einen Pluspunkt gibt es aber bestimmt dafür, dass „Here I Stand“ zumindest eine Eigenkomposition von Vasil ist.

Punkte 7/24 (Marc 5+ Simon 2)

Erste Schalte zu Nicki Tutorials. Sie weist auf ihre Look-Lab Videos hin, die auf YouTube angeschaut werden können. Es gibt Karaoke-Videos und Tanzvideos von ESC Songs. Lustiger Gag: plötzlich schaltet sich z.B. Conchita dazu und überrascht die ESC Fans in Chat.

Edsilia spaziert dann in den Green Room und begrüßt Litauen und fragt wie der Start war.
Nicki schaltet dann live zu Montaigne nach Australien. Es ist Down Under 5:30 Uhr Ortszeit, trotzdem ist sie bestens gelaunt und grüßt nach Rotterdam.

7 IRLAND: Lesley Roy – Maps

Hier lohnt ein genauer Blick auf die Postkarte, denn hier ist Lesleys Frau sogar kurz zu sehen.
Bitte anschnallen: Lesley wird uns nun in ihre Märchenbuch-Fantasie-Welt mitnehmen und es geht Schlag auf Schlag. Ständig passiert etwas und sie springt barfuß umher. Das Highlight ist sicher das Daumenkino. Stimmlich ist es okay, aber ein paar Wackler sind nicht zu überhören. In Summe ist das ganz nett fürs Televoting, für die Jurys ist das vermutlich zu viel Klamauk und Ablenkung.

Punkte 9/24 (Marc 4+ Simon 5)

8 ZYPERN: Elena Tsagrinou – El Diablo

Toller Start: Elena liegt auf dem Boden und räkelt sich. Im weiteren Verlauf gibt es dann immer wieder mal unglaubliche körperliche Verrenkungen von Elena. Dazu gibt es eine tolle teuflische Inszenierung mit Spiegeleffekten. Allerdings dürfte auch das eher die Televoter beeindrucken. Bei den ganzen akrobatischen Übungen leidet leider auch teilweise der Gesang ein wenig. Die Plagiatsvorwürfe (klingt nach Lady Gaga zu ihren besten Zeiten) sorgen vermutlich zu zusätzlichen Abzügen bei den Jury-Wertungen.

Punkte 13/24 (Marc 6+ Simon 7)

Nun übernimmt Simon aus Berlin und bloggt live weiter. Viel Spaß!
Danke, Marc! Weiter geht es mit…

9 NORWEGEN: TIX – Fallen Angel

TIX ohne überdimensionale Würfel um den Hals. Gesanglich war nichts auszusetzen. Der Auftritt mit vier Dämonen anstelle der sechs aus dem Vorentscheid funktioniert genauso. Ob die wiederholte Engel-Teufel-Thematik beim Eurovision die Juroren so sehr anspricht? Inhaltlich passt es selbstredend. Das Lied ist eine selbstgeschriebene Autobiografie. Außerdem setzt er kurz vor der Finale des Liedes die Sonnenbrille ab und zeigte seine „Ticks“. Das bringt emotionale Punkte. Und beim Gesang hat TIX hier in Rotterdam noch nicht einmal enttäuscht.

Punkte 16/24 (Marc 8 + Simon 8)

10 KROATIEN: Albina – Tick-Tock

Silber und Lila sind die bestimmenden Farben von Albinas Auftritt. Ansonsten sehr dunkel und optisch wirken die 70er nach. Dennoch ist die Performance und Choreografie doch eher austauschbar. Am Anfang im Gesang nicht 100%ig sicher. Aber sie kämpft sich durch. Der Part in Landessprache könnte als positiv gewertet werden.

Punkte 8/24 (Marc 4 + Simon 4)

11 BELGIEN: Hooverphonic – The Wrong Place

Das grimmige Grimassenschneiden geht weiter. Der Auftritt natürlich ohne Probleme. Hooverphonic können es einfach. Das gibt Pluspunkte für Authentizität. Selbst die Haare sind absichtlich ein bisschen zerzaust – natürlich sehr dezent, Geike soll ja noch gut aussehen. Aber bleibt der Beitrag ausreichend hängen? Dennoch könnte der Beitrag bei den Juroren heute voraussichtlich besser abschneiden als beim Publikum morgen.

Punkte 10/24 (Marc 5 + Simon 5)

12 ISRAEL: Eden Alene – Set Me Free

Der Haar-Kronen-Schmuck ist von Anfang an auf Edens Kopf. Eine gute Entscheidung. Der „coolste“ Auftritt von heute. Aber Eden hat so ein schönes Lächeln, welches sie bei dem Auftritt uns allerdings allzu oft vorenthält. Sie singt sehr aggressiv. Ungünstig, dass das weggeworfene Kleidungsstück  auch auf der Bühne liegen bleibt.

Punkte 9/24 (Marc 5 + Simon 4)

Kurzer Chat zwischen Chantal Janzen und Mans Zelmerlöw. Es soll ja Stimmen geben, die sich denken, dass Mans in den letzten Jahren ein klein wenig zu oft auf der quasi allen ESC-Bühnen seit 2015 stand.

13 RUMÄNIEN: Roxen – Amnesia

Roxen kann zum Glück heute singen. Sie übernachtet im selben Hotel, wie die Delegationen aus Malta, Island und Polen und musste deswegen einen PCR-Test machen. Doch alles gut und sie darf jetzt ran. Der Schlapper-Look ist weg. Ein weiß-rotes-buntes Rüschenkleid ist doch eine Überraschung. Gesanglich hat sich die Rumänen im Dress-Rehearsal gefangen. Doch heute Abend ist ihre Stimme zwischenzeitlich wieder sehr zittrig. Außerdem bin ich mir nicht sicher, ob sie im Takt der Musik singt oder doch ein wenig neben der Spur. Und am Ende der Satz „For very shout that went unheared“. Irgendwie passt es von der Stimmung. Aber ob die Jurys (und morgen die Zuschauer) es genauso empfinden werden?

Punkte 10/24 (Marc 5 + Simon 5)

14 ASERBAIDSCHAN: Efendi – Mata Hari

Schön, Efendi backt in der Postkarte. Endlich einmal Pyro-Technik. Größtenteils singt Efendi gut, ein paar Wackler gab es zwischenzeitlich. Spannend, dass Israel, Rumänien und Aserbaidschan direkt aufeinander folgen. Laut Buchmacher kämpfen diese drei um die letzten beiden Tickets für das Finale.

Punkte 11/24 (Marc 6 + Simon 5)

15 UKRAINE: Go_A – SHUM

Auf kleinstem Raum zeigt Go_A alles, was sie können. Super gemacht und schön, dass es Kateryna wieder gut geht und sie heute hier singen kann. Natürlich ist der „weiße Gesang“ immer eine Frage des Geschmackes. Vielleicht hatte sie technische Schwierigkeiten? Zwischendurch klang es nach einem Wackler, als Kateryna sich an den Kopfhörer gefasst hatte. Dennoch keine Frage, das war ein Auftritt für das Finale. Eine tolle Geste haben sie an ihre Vertretungssängerin bei der zweiten Probe gezeigt: Emmie van Stijn darf im Halbfinale mit den in Green Room.

Punkte 22/24 (Marc 10 + Simon 12)

Probleme beim Umbau: Wie schon heute Nachmittag im Dress Rehearsal hat der Abbau der „ukrainischen Landschaft“ zu lange gedauert und Chantal musste kurz einspringen und auf die Internetseite verweisen.

16 MALTA: Destiny – Je Me Casse

Auch die Malteser mussten den vorschriftsmäßigen PCR-Test abwarten, um wieder aus dem Hotelzimmer zu dürfen. Destiny hat das stark kritisierte pinkfarbene Kleid zu Hause gelassen. Auch die Kniestrümpfe sind im Vergleich zur zweiten Probe jetzt Silber. Zum Glück hat Destiny die Perücke aus dem Dress Rehearsal doch wieder abgenommen. In der kurzen Quarantäne hat Destiny wohl zu viele Videos von Mireille Matthieu geguckt. So ist ihr natürliches Haar wieder am rumfliegen. Viel besser. Die Stimme saß, keine Frage. Sichtlich erlöst und erfreut ist Destiny nach dem Auftritt.

Punkte 22/24 (Marc 12 + Simon 10)

Nicht nur die Ukraine hatte technische Probleme, auch Rumänien schien diese zu haben. Deswegen dürfen beide jetzt noch einmal singen. Chantal überbrückt die Zeit bis zum erneuten Aufbau mit Gesprächen im Green Room mit Eden Alene und Tusse. Tusse bringt die Liebesstory von TIX und Efendi ins Spiele und rennt zum Norwegen. „Ist da eine Liebensgeschichte?“ fragt sie und er antwortet „Ich hoffe doch.“

Jetzt startet Rumänien zum zweiten Mal. Wir bewerten es gleich neu.

13 RUMÄNIEN: Roxen – Amnesia (zweiter Durchgang)

VIEL BESSER! Ja, jetzt merken wir, dass sie echte Probleme im ersten Durchgang gehabt haben musste. Der Unterschied zur ersten Runde ist enorm. Das könnte tatsächlich zusätzlich Punkte geben. Tosender Applaus in der Halle.

Punkte 15/24 (Marc 7 + Simon 8)

Auch Malta hatte wohl Probleme. Davon hatten wir allerdings nichts gemerkt. Aber jetzt erstmal…

15 UKRAINE: Go_A – SHUM (Zweiter Durchgang)

Wenn sich Kateryna auch hört, dann singt sie auch komplett einwandfrei! Das ist ein starker Auftritt und ein Fingerzeig an die Spitze der Wettquoten.

Punkte 24/24 (Marc 12 + Simon 12)

16 MALTA: Destiny – Je Me Casse (Zweiter Durchgang)

Professionell zieht Destiny auch diesen Auftritt durch. Ihr scheinen die technischen Probleme beim ersten Mal keine Schwierigkeiten gemacht zu haben. Es gibt quasi keinen Unterschied. Diese Stimme überzeugt einfach. Diese Frau ist erst 18 Jahre alt. Aber ein Profi seit mindestens sieben Jahren. Das merkt man.

Punkte 22/24 (Marc 12 + Simon 10)

Jetzt kommt der Schnelldurchgang. Jury`s in Europe and Australia – start voting now!

Mit einer Verspätung von nun drei Liedern sehen wir jetzt den Interval Act. Wie es bei den Niederlanden nicht anders sein könnte, dreht es sich um Käse… nein, natürlich nicht, sondern um das Wasser. „The Power Of Water“ heißt der Act von Davina Michelle und Thekla Reuten. Davina ist eine erfolgreiche Sängerin. 2017 wurde sie mit einer Cover-Version von Pinks „What About Us“ bekannt, nachdem Pink das Video selbst gepostet hatte. Divana hatte 2018 mit „Duurt te lang“ einen großen Hit in den Niederlanden. Letztes Jahr im August erschien ihr erstes Album „My Own World“.

Im Grunde ist der Interval Act heute eine Erweiterung von Duncans Video aus dem Jahr 2019 – nur, dass die Tänzer Hosen anhaben und auch Frauen dabei sind. Zuerst stimmt uns die niederländischen Schauspielerin Thekla Reuten in einem kleinen Mantra auf das Thema „Wasser“ ein. Dann singt Davina Michelle auf der Bühne. Ganz klar, eine großartige Sängerin ist hier mit ihrem eigenen Song unterwegs. Könnte so auch im Teilnehmerfeld bestehen. Dann folgt eine Art Tsunami-Szene im Video mit Thekla . Danach sind wir wieder zurück auf die Bühne. Die „perfekte Welle“ wird mit Lichteffekten in die Halle gebracht.

Und noch ein Schnelldurchgang. Wir nutzen dies um euch unser Ergebnis zu präsentieren.

Hier nun das Ranking des simulierten OGAE Live-Juryvotings von Marc und Simon. Wir sind gespannt, wie nahe wir dem tatsächlichen Jury-Voting kommen werden. Das Ergebnis der Länderjurys für die heutige Juryshow wird nach dem Grand Final von der EBU veröffentlicht.

Platz 1: Ukraine 24 Punkte (2. Auftritt) 22 Punkte (1. Auftritt)
Platz 2: Malta 22 (1. und 2. Auftritt gleich)
Platz 3: Litauen 20
Platz 4: Norwegen 16
Platz 5: Russland 15
Platz 6: Rumänien 15 (2. Auftritt) 10 (1. Auftritt)
Platz 7: Schweden 14
Platz 8: Zypern 13
Platz 9: Aserbaidschan 11
Platz 9: Slowenien 11
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Platz 11: Australien 10
Platz 11: Belgien 10
Platz 13: Irland 9
Platz 13: Israel 9
Platz 15: Kroatien 8
Platz 16: Nordmazedonien 7

Jetzt ist das Voting zu Ende. Und ehemalige ESC-Sieger wie Johnny Logan und Marie Myriam sehen ihre eigenen Erfolge und sprechen darüber. Wir sind im 65. Jahrgang, also ein Jubiläum. Das muss mit speziellen Gäste gefeiert werden. Joar, hat man schon mal gesehen. Aber die meisten Zuschauer wahrscheinlich in der Art noch nicht. Also passt schon. Zumal mit Eimear Quinn tatsächlich ein Gesicht dabei war, welches nicht bei jedem Rückblick vorkommt.

Nikkie gibt nun Tipps zum Nichtgewinnen. Natürlich sehr ironisch. Trotzdem irgendwie schwierig, dass direkt beim ESC ehemalige Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die einmal auf der Bühne die Töne vergeigt haben, noch einmal bloßgestellt werden. Aber insgesamt ein ganz lustiger Beitrag. Vielleicht haben sie ja bei Manel Navarro und Co. extra angefragt? Wer weiß.

Nachdem es ein kurzes Gespräch mit Duncan Lawrence gab, werden nun die Beiträge von Italien, Deutschland und der Gastgeber aus den Niederlanden mit einem kleinen Gespräch der Teilnehmer gezeigt.

Edsilia fragt Jendrik auf Deutsch „Wie geht’s?“. „I Don’t Feel Hate“ ist die Erinnerung für Jendrik persönlich, in dem Moment, wo er Hass verspührt, diesen zurückzustecken. Wieder einmal kommt er sehr positiv rüber.

Den größten Applaus bekommt natürlich Jeangu Macrooy. Er fühlt sich zu Hause und bekommt sogar Luftküsschen von TIX. Aber vielleicht galten die auch Efendi. Weiß man ja nicht so genau.

Kleiner Nachtrag noch aus dem Dress Rehearsal heute Nachmittag: Nicht nur nach dem Auftritt der ukrainischen Band gab es Verzögerungen bei dem Abbau des Bühnenbilds. Auch nach Italien dauert es etwas länger, weshalb Jendrik auch kurz warten musste. Das werden sich die Verantwortlichen noch einmal genauer anschauen und dann entscheiden, ob diese beiden Beiträge direkt vor einer kurzen Pause auftreten sollten.

Erneut gibt es technische Probleme. Doch Chantal Janzen gibt ganz charmant die Unterhalterin, indem sie das niederländische Kinderlied „In de maneschijn“ anstimmt. Dies ist ihr in den Sinn gekommen, als sie den Namen der italienischen Band Maneskin gehört hatte. Und der Saal grölt mit.

Da sich die technischen Probleme hinziehen wechseln wir nochmal von Simon zu Marc. Nun endlich die Live-Auftritte von Italien, Deutschland und den Niederlanden.

Italien: Maneskin – Zitti e buoni

Der aktuelle Topfavorit der Wettbüros liefert zu vorgerückter Stunde einen 1A-Auftritt. Sänger Damiano David, Gitarrist Thomas Raggi, Bassistin Victoria De Angelis und Drummer Ethan Torchio sind einfach eine klasse Live-Band und haben zurecht das legendäre San Remo Festival gerockt. Der charismatische Sänger zieht auch in Rotterdam alle Blicke auf sich und der rockige Sound begeistert das Publikum.

Deutschland: Jendrik – I Don’t Feel Hate

Los geht es mit der Postkarte: die Standpromenade von Scheveningen wird eingeblendet. Dann wird aus Muscheln Jendriks Name geschrieben und man sieht die funkelnden Strasssteine seiner Ukulele. Jendrik selbst sitzt im Tiny House und musiziert auf seinem Lieblingsinstrument.
Dann der Live-Auftritt von Jendrik. Er hat sichtbar einen riesen Spaß und gibt 500%. Das geht leider wieder etwas zu Lasten der Stimme. Bei Jendriks Durchsage wird die Musik nun leiser gestellt, sodass es deutlich besser verständlich ist. Bravo. Insgesamt ein toller Auftritt, aber vermutlich wird er beim Televoting besser abschneiden als bei den Jurys.

Niederlande: Jeangu Macrooy – Birth Of A New Age

Das Gastgeberland gibt sich mit Jeangu die Ehre und erntet natürlich viel Applaus vor heimischem Publikum. Jeangus Auftritt bringt chillige afrikanische Rhythmen in die Ahoy-Arena. Er und seine Tänzer überraschen natürlich auch mit ihren extravaganten Outfits.

Nun aber endlich die Ergebnisse des Fake-Juryvotings:
Weiter kommen Kroatien, Schweden, Irland, Rumänien, Slowenien, Belgien, Australien, Nordmazedonien und Litauen. Den letzten Platz bekommt Zypern.

Damit geht nun unser erster OGAE Live-Blog zu Ende. Wir hoffen ihr hattet viel Spaß beim Mitlesen bei dieser denkwürdigen Juryshow.
Goedenacht!

Halbfinale 1: Die erste Generalprobe setzt emotionale Momente

17. Mai 2021 Frank Albers

Wir haben die erste Generalprobe des ersten Halbfinals am Montagnachmittag in der Halle verfolgen können. Da wir die Juryshow (also die 2. Generalprobe) heute Abend ab 21 Uhr als Live-Blog ausführlichst besprechen werden, jetzt nur ein paar erste Eindrücke aus der Halle.
Das Opening kommt ohne großes Spektakel aus, wobei natürlich noch einmal emotional an den Sieg der Niederlande in Tel Aviv erinnert wurde. Duncan Laurence war natürlich auch live auf der Bühne. Das Moderations-Quartett wirkte sehr entspannt und das Ende der zweijährigen Wartezeit scheint sie regelrecht in eine gelöste Euphorie versetzt zu haben.
Auf die Beiträge werden unsere Blogger Marc und Simon dann heute Abend ab 21 Uhr im Live-Blog ausführlich  eingehen. Als kleines Stimmungsbild nur soviel, dass man sich um Schwedens Tusse etwas Sorgen machen muss. Er ging in der Halle mit seinen „Voices“ ziemlich unter, gleiches galt für Australiens Montaigne, was aber daran gelegen haben mag, dass ihr Video etwas leise in der Halle zu hören war. Warum bei Vasil aus Nord-Mazedonien am Ende der Brustpanzer als heller Scheinwerfer erstrahlt bleibt ebenso rätselhaft wie die neue Mireille-Mathieu-Frisur von Destiny aus Malta. Auffallend aufgrund ihrer inszenierten Schlichtheit und gleichzeitigen musikalischen Klasse sind Hooverphonic aus Belgien.

Das Pausenprogramm wird von Davina Michelle und Thekla Reuten bestritten. In ihrer sehr intensiven Inszenierung „The Power of Water“ thematisieren sie den täglichen Kampf der Niederländer mit dem Wasser und wie sie gelernt haben, das Wasser zu kontrollieren.

Im ersten Teil des Films zu ehemaligen Eurovisionssiegern schauen Sänger wie Jonny Logan, Lenny Kuhr und Ann-Marie David auf ihre Siegauftritte zurück. Spätestens diese Ausschnitte sollten den ESC-Fan zu Emotionen rühren, vor allem bei den ergreifenden Tränen Ann-Marie Davids. Mehr emotionale Nähe geht zu Corona-Zeiten nicht.

Für eine erste Durchlaufprobe lief es eigentlich schon recht rund, hier und da hakte es bei den Umbauten noch ein wenig, aber das wird sich legen. Es wird nach dem ersten Eindruck eine runde Show mit Spannung und Emotionen. Da kann man sich sehr drauf freuen.

Fotos: Reinhard Ehret und Frank Albers

Goedemorgen aus Rotterdam zum 9. Probentag

17. Mai 2021 Frank Albers
Nach einem Tag (Sonntags-)Pause sind wir und der ESC-Zirkus 2021 nun wieder zurück. Und es wird richtig spannend, denn wir werden heute Nachmittag den ersten Komplettdurchlauf mit allen Show- und Moderationselementen des ersten Halbfinals erleben, gefolgt vom „Jury-Halbfinale 1“, nach der die Jury ihre Wertungen abgegeben wird. Das „Jury-Halbfinale“ könnt Ihr ab 21 Uhr bei uns auf ogae.de als Liveblog verfolgen. Unsere Live-Blogger Marc und Simon werden Euch durch den Abend begleiten.
Auch in der Stadt erreichen nach der offiziellen Eröffung auf dem Türkisen Teppich am Sonntagabend die ESC-Feierlichkeiten schrittweise ihren Höhepunkt.
Die Rotterdamer Coundown-Uhr erinnert daran, dass es nun tatsächlich nur noch wenige Tage bis zum großen Finale sind. Die Uhr steht übrigens vor dem Depot Boijmans Van Beuningen, dem neuesten spektakulären Architektur-Projekt der Stadt. Das rundum verspiegelte Gebäude wird im Oktober 2021 eröffnet werden und dann das erste öffentlich zugängliche Kunstdepot der Welt sein.
Nun aber viel Spaß mit dem heutigen Generalprobentag des ersten Halbfinals. Am späteren Nachmittag werden wir Euch bereits bei uns auf ogae.de über erste Eindrücke informieren können.
Euer OGAE-Team
Fotos: Frank Albers

Der Tuerkise Teppich: Die prachtvolle Eroeffnung des ESC 2021

16. Mai 2021 Frank Albers

Nun ist es offiziell: Der Eurovision Song Contest 2021 ist eröffnet. In prachtvoller Garderobe präsentierten sich die Teilnehmer des diesjährigen Wettbewerbs auf dem Türkisen Teppich in Rotterdam und zelebrierten die offizielle Eröffnungsfeier.

Am Rotterdamer Cruise Terminal, wo normalerweise die großen Kreuzfahrtschiffe zu ihren Reisen in alle Welt ablegen, flanierten am Sonntagabend die Sängerinnen und Sänger mit ihren Delegationen entlang des Piers. Der Teppich war in diesem Jahr nicht rot sondern türkis, also in der Farbe des Hauptsponsors, der einen ganz besonders engen Bezug zu Schönheit und Glamour hat. Aufgrund des sehr bescheidenen Wetters in Rotterdam in den letzten Tagen hatte man vorsichtshalber ein Glasdach über dem Teppich aufgebaut. Aber die Sonne hatte heute Erbarmen mit dem Contest und hüllte den Teppich und die wunderschönen Delegationen in herrliches Sonnenlicht.

Aufgrund der aktuellen Covid-Bestimmung durften die Rotterdamer Bürger leider nicht zum Teppich kommen, um den Teilnehmern zuzujubeln und sie willkommen zu heißen. Nur eine kleine Gruppe Fotografen und Fernseheams war zugegegen, eingeteilt in kleine corona-sichere Boxen. Auch die Delegationen aus Polen, Island, Rumänien und Malta konnten aufgrund von Covid-Verdachtsfällen in oder in der Umgebung der Delegation nicht am Türkisen Teppich teilnehmen. Sie befinden sich gegenwärtig in Isolation. Als schöne Geste trugen sowohl Senhit an ihrer Krone als auch Jendrik an seiner Jacke Fotos der fehlenden Künstler, um sie so doch teilhaben zu lassen. Die vier ESC-Moderatoren waren aus Covid-Vorsichtsmaßnahmen auch nicht zum Teppich gekommen und grüßten somit nur per Video.

Moderiert wurde der feierliche Umzug von Fenna Ramos und Klaas van Plateringen, die mit allen Teilnehmern kleine Interviews führten, in denen die Sängerinnen und Sänger in ihren Statements in der Regel noch einmal zusammenfassten, was sie in den letzten Tagen auch schon in den PKs erzählt hatten. Aber ein Teppich ist auch nicht für große Inhalte erdacht worden sondern für das große „show off“, und das ist auch gut so. Edle Roben wurden ebenso vorgeführt wie coole Jacken und noch coolere Kopfbedeckungen und wie es sich für eine gescheite Carpet-Moderation gehört wurde dieses von Fenna jeweils mit einem „that’s amaaaazing“ begleitet oder in Fällen besonderer Ekstase mit einem impulsiven „Incrrrredibble“. Das darf bei Veranstaltungen wie diesen nicht fehlen.

Was war ansonsten bemerkenswert? In Erinnerung geblieben ist vor allem James Newman mit seinem Versprechen, dass er dazu beitragen möchte, dass die Briten den ESC wieder ernst nehmen. Er sei stolz, dass seine Delegation dies ohne den geringsten Zweifel täte. Beeindruckend war auch Tschechiens Benny Christo, der weit entfernt davon war, nur ein eindringliches „vooote for meee“ in die Kameras zu rufen, sondern einfach sagt, ruft nur für mich an, wenn Euch mein Lied gefällt. Ruft nicht an, um mir einen Gefallen zu tun. Benny ist auf dem besten Weg, sich hier zu Prince Charming zu entwickeln.

Aber auf dem Teppich sollen die Garderoben und Auftritte wirken, daher lassen wir besser Bilder sprechen:

Fotos: screenshots (Wolfgang Grube u. Karl Jakob) vom EBU live broadcast.

Franks Nachtgedanken zum 8. Probentag, 15. Mai

15. Mai 2021 Frank Albers
Auch wenn der Mann im Video Anderes behauptet: es ist der 8. Probentag (und nicht der 7.). 🙂
Regie und Schnitt: Reinhard Ehret.

Polen: Positiver Corona-Fall in der Delegation

15. Mai 2021 Frank Albers
Die EBU teilte heute mit, dass während eines Routinetests bei der Ankunft am Ahoy am Samstag (15. Mai) ein Mitglied der polnischen Delegation positiv auf COVID 19 getestet wurde. Die Delegations-Mitglieder waren zuletzt am Donnerstag im Ahoy gewesen, als alle im Besitz eines negativen COVID-19-Tests waren. In Übereinstimmung mit den ESC-Gesundheits- und Sicherheitsprotokoll ist diese Person nun isoliert.
Als Vorsichtsmaßnahme im Vorfeld der Showwoche werden die anderen Mitglieder ihrer Delegation nun einem PCR-Test unterzogen und in Quarantäne gestellt. Infolgedessen wird die polnische Delegation am Sonntag (16. Mai) nicht auf dem „Türkisen Teppich“ auftreten.
Die EBU wird zu gegebener Zeit weitere Updates kommunizieren und sendete die besten Wünsche an die gesamte polnische Delegation. Diesen Wünschen schließt sich OGAE Germany von ganzem Herzen an.
Foto: Reinhard Ehret

Niederlande Pressekonferenz: Nicht klein zu kriegen

15. Mai 2021 Sigi Doppler

Jeangu  Macrooy wurde bei der heutigen Pressekonferenz von seinen Tänzern und Chorsängern begleitet. Zu Beginn bat er sie, sich selbst vorzustellen und schon gab es für die meisten Journalisten eine Überraschung, als sie erfuhren, dass es sich bei dem jungen Mann, der sich als Sänger und Tänzer mit dem Vornamen Xillan vorstellte, um Jeangus Zwillingsbruder handelt. Sympathisch lächelnd fügte dieser sogleich hinzu, dass es für ihn einfach wunderbar ist, einen Bruder, wie Jeangu zu haben, der so inspirierend für ihn sei. Außer ihm stellten sich nun auch die Sängerin und Tänzerin Emily und der Tänzer Joe vor.

Alle vier zogen ein sehr zufriedenstellendes Fazit über die zu Ende gegangene Probe. Diesmal sei es für alle viel einfacher gewesen, als bei der ersten Probe, bei der sie die Bühne der Ahoy-Arena noch nicht so gut kannten. Jetzt wäre alles wie von selbst gegangen und so konnten sie leicht die Energie, die sie für ihren Auftritt benötigen, über die Bühne bringen. Als er gefragt wurde, wie er es schafft, auch weiterhin so authentisch und glaubwürdig zu bleiben, wie man ihn nun kennt, sagte Jeangu, dass es immer schon sehr wichtig für ihn war, sich selber treu zu sein. „Wenn Du zu Dir selber ehrlich bist und Dich nicht verbiegst, ist es immer am besten.“

Da Jeangu in seinem Bühnenoutfit zur Pressekonferenz gekommen war, hing an seinem Hals noch die kleine Silbermünze, die er in seinem Song besingt. Er nahm sie in die Hand, zeigte sie in die Kamera und erklärte, dass dies die kleinste surinamische Halbcent-Münze ist, von der es im Text seines Liedes heißt „Mi na afu sensi“ (Ich bin ein halber Cent) und „Yu no man broko mi“ (Du kannst mich nicht kleinkriegen).

Auf die Frage, ob in seinem Ursprungs-Heimatland Suriname der ESC bekannt ist und ob man dort weiß, dass er in diesem Jahr für die Niederlande am Start ist, berichtete Jeangu, dass dort das Interesse daran durch seine Teilnahme tatsächlich gewachsen ist. Täglich telefonieren er und Xillan mit ihrer Mutter, die ihnen über die Stimmung in Suriname berichtet. Ganz besonders stolz sei man dort, dass ihre Heimatsprache Sranantongo nun erstmals im Text eines Eurovisionsliedes zu hören ist.

Als Jeangu gefragt wurde, wieviele Chorsänger für die Aufnahme von „Birth Of A New Age“ zur Verfügung standen, weil das Ganze so bombastisch und chorreich klingt, verblüffte dieser mit der erstaunlichen Antwort, dass er selbst auch alle Chorstimmen eingesungen hat. Seine eigene Stimme wurde im Studio mehrfach übereinander gelegt und vervielfältigt. So ist dieser fabelhafte gesangliche Effekt letztendlich entstanden.

Gegen Ende der Pressekonferenz wurden die Vier vom Moderator Koos van Plateringen gefragt, ob sie bereit wären, ihr Lied mit einem Dance-Move auch hier auf dieser Bühne zu performen? Sie ließen sich nicht lange bitten und bewiesen umgehend, dass sie ihren Auftritt sowohl gesanglich, wie auch tänzerisch bis ins kleinste Detail beherrschen.

Fotos: Screenshot

Gruss von Benny Cristo (Tschechien)

15. Mai 2021 Reinhard Ehret

Auch Benny Cristo hat schöne Grüße nach Deutschland geschickt – teilweise sogar auf deutsch.