
12. Mai 2022 Frank Albers
An der heutigen EBU und RAI-Pressekonferenz nahmen die beiden Prouzenten der Show Claudio Fasulo (online) und Simona Martorelli sowie der Executive Supervisor der EBU Martin Österdahl teil.
Ein zentrales Thema in dieser Pressekonferenz war die neue, sehr strikte und viel kritisierte Akkreditierungspolitik der EBU. Hauptgrund für die Reduzierung der Anzahl der Akkreditierten wäre immer noch Corona und der Versuch, einen Weg zu finden, die anwesenden Fans und Journalisten so gut wie möglich zu schützen. Ein weiteren Grund wären die Finanzen, denn das Pressezentrum würde einen großen Kostenfaktor im Budget des Wettbewerbs ausmachen. Und für die austragenenen Sender wäre es ein großer Unterschied, ob 2000 oder nur 500 Journalisten vor Ort akkreditiert seien. Von Seiten der Delegationen hätte es keine Beschwerden gegeben, dass Pressekonferenzen zu schlecht besucht oder medial zu wenig divers besetzt gewesen seien. Martin Österdahl zog aus dem Fakt, dass die PKs so schlecht besucht seien, den Schluss, dass es möglicherweise zu viele Pressekonferenzen geben würde. Eine nicht wirklich überraschende Reaktion, denn das „Phänomen“, dass man feststellt, dass etwas nicht mehr benötigt wird, nachdem man es herunter gewirtschaftet hat, ist nicht neu.
Die Partnerschaft mit TikTok wäre in diesem Jahr gut gelaufen, aber sie würde nach dem ESC kritisch evaluiert werden, auch hinsichtlich der Menschenrechtssituation in China, wo die TikTok-Betreiber ansässig sind. Grundsätzlich sieht Martin Österdahl die Zusammenarbeit mit Plattformen wie TikTok als unverzichtbar an, wobei im bewusst sei, dass es auch andere Anbieter gebe.
Claudio führte mit ein paar Worten aus, in welcher Form die Show auf den Krieg in der Ukraine reagieren wird und diesen thematisieren wird. Geplant ist, dass auf der Piazza de Carlo in Turins Innenstadt das Lied „Give Peace a Chance“ gesungen werden wird und dieses Lied dann in die Halle getragen wird, um dort vom Publikum weitergesungen zu werden.
Auch der Ausfall der kinetischen Sonne wurde thematisiert. Der Hauptgrund für den weitestgehenden Verzicht auf die Sonne sei, dass aufgrund der Motorenprobleme, die Zeit für die Bewegung der Flügel zwischen den Acts zu lange gedauert hätte, zudem wollte man das Risiko eines technischen Ausfalls vermeiden. Aus diesem Grund würde die Sonne in ihrer vollen Entfaltung nur für die Showacts verwendet.
Für den Fall, dass die Ukraine gewinnen sollte, würden mit dem zuständigen Sender die selben Gespräche geführt wie mit jedem anderen Sender auch und dann entschieden, ob eine Austragung im jeweiligen Land möglich sei oder nicht. Eine lange Liste an Garantien müssten erfüllt werden, darunter natürlich auch die Garantie von Sicherheit für alle Beteiligte.
Die Frage, ob der ESC nun politisch sei, sei eine hoch philosophische Frage. Die EBU würde aber alles daran setzen, keine politischen Botschaften auf der Bühne zuzulassen.
(Foto: Frank Albers)