Die erste Generalprobe der Finalshow

13. Mai 2022 Reinhard Ehret

Man mag dazu morgen unterschiedlicher Meinung sein, aber für viele wird einer der absoluten Show-Höhepunkte – von den Darbietungen der 25 Wettbewerbsteilnehmer einmal abgesehen – Gigliola Cinquetti sein. Die Grand Dame des italienischen Liedguts, und ganz nebenbei eine der berühmtesten Fernseh-Persönlichkeiten des Landes, wird uns mit ihrem 1964er Siegerlied “Non ho l’età” beglücken, das sie heute auf faszinierende Weise, gegen das Scheinwerferlicht mit einer Sonnenbrille geschützt, großartig live intonierte. Sie stand im Frontbereich der Bühne, hingebungsvoll wie einst vor 58 Jahren, und begeisterte die wenigen Anwesenden.

Wie wir es schon von den Halbfinalproben kennen, rumpelte es im Gebälk des Showablaufs noch gewaltig. Die Italiener werden es zwar auch diesmal wieder gut hinbekommen, doch so mancher Übergang war reine Improvisation. Über einige Highlights ließ man uns sicher noch im Unklaren, zumal in zwei Werbepausen derselbe Einspieler zum Einsatz kam, der die nettesten Momente der Halbfinals collagiert. Der Probenbeginn fand ohne Laura, die sich noch von den Strapazen der letzten Tage ausruhte, und auch ohne Mika statt. Unermüdlich kokettierte aber der putzige Alessandro Cattelan mit der Kamera und war für jede Spontaneität zu haben, wenn es mal im Probenablauf hakte. Die Eröffnungsnummer ist sehr trommelbetont, beginnt in der Altstadt Turins und wechselt in die Olympiahalle mit einem sehr häufig wiederholten, aber wunderschön choral gesungenen “Give Peace A Chance”. Danach steht ein Laura-Pausini-Medley (inklusive “La solitudine”) auf dem Programm, ehe es zum Einmarsch der Nationen kommt. Damit es auch marschig wird, hat man sich für eine Dancefloor-Musikuntermalung im Bumm-bumm-bumm-Ambiente entschieden.

Die Auftrittsproben der 25 Beiträge liefen alle ziemlich gut; selbst die Italiener sangen hübsch wie nie zuvor. Einzig die Schwedin erlebte erneut das Fiasko, dass ihr Soundtrack nach der ersten Strophenzeile wieder abgebrochen wurde. Man kennt das inzwischen schon. Malik scheint sich jedesmal erneut unbandig darüber zu freuen, auf einer solchen Bühne singen zu dürfen. Er hatte sichtlich Spaß und sang sein Lied wie immer fehlerfrei, engagiert und leidenschaftlich. Ob das aber für eine Platzierung in der vorderen Ergebnishälfte ausreicht, bezweifeln viele. Marius Bear aus der Schweiz zeigte sich absolut stimmsicher – nur als er gegen Lied-Ende seinen Mikroständer umwarf, wackelte sie ein bisschen. Der Belgier musste den ganzen Vortrag hindurch an seinen In-Ears rumfummeln, weil da wohl irgendwas nicht passte.

Was gibt es sonst noch? Ein origineller Einspieler mit Astronautin Samantha Cristoforetti, die aus der ESA-Raumstation grüßt, ein Mika-Special mit unglaublich vielen Tänzern und einem roten Mega-Herz auf der Bühne, selbstverständlich Måneskin (“Supermodel”)… Und, man glaubt es kaum, zum Ende der Votingphase dreht sich doch tatsächlich der Bühnenbogen. Offenbar hat man die fraglichen Motoren zum Arbeiten bringen können. Es erwartet uns eine kurzweilige Show ohne große Längen, denn – so wie es aussah – geht es gleich nach Schließung der Telefonleitungen zur Verkündung der Jury-Votes über. Das Moderatorentrio wirkt gut eingespielt und gut gelaunt, auch wenn ihre Texte und Gags besser von einem anderen Autoren erdacht worden wären. Nun darf man gespannt sein, ob das Produktionsteam für das um 21 Uhr beginnende Juryfinale alles Wichtige im Griff hat. Toi, toi, toi!

Foto oben: Hallenimpression beim deutschen Auftritt

Foto unten: Hallenimpression beim französischen Auftritt (Fotos: Frank Albers)

Die italienischen Medien beweinen das Ausscheiden Achille Lauros.

13. Mai 2022 Frank Albers

Achille Lauro ist in Italien ein Superstar, und seine Fans aber auch die italienischen Medien hofften nach seinem spektakulären Auftritt im 2. Halbfinale, diesen auch im Finale noch einmal erleben zu können. Nun ist die Enttäuschung groß und die Schlagzeilen entsprechend. “Die Ferse des Achille” titelt die große La Stampa. Ohne die Stimmen aus Italien hätte sich der Sänger mit seinem Feuer für die Freiheit nicht für das Finale qualifizieren können, schreibt La Stampa.

Auch der Corriere Torino titelt traurig “Der Cowboy Lauro wurde eliminiert”.

(Foto: Frank Albers)

Buongirono zum letzten Probentag vor dem Finale

13. Mai 2022 Frank Albers

Ciao tutti,
was für ein großartiges Halbfinale haben wir gestern erlebt! Auch wenn einige von Euch sicher immer noch ihren ausgeschiedenen Favoriten hinterher trauern werden, die Vorfreude auf den großen Tag, das große Finale morgen steigt unaufhaltsam.

Heute Nachmittag steht um 14 Uhr die erste Durchlaufprobe des großen Finales auf dem Programm, dem dann am Abend um 21 Uhr das Juryfinale folgen wird. Über beides werden wir Euch natürlich aktuell hier auf www.ogae.de informiert halten.

Werten wir es für Malik Harris als Glücksnummer, wenn er im Finale mit Startnummer 13 an den Start gehen wird, die ihm am Feitag, 13. Mai zugeteilt wurde. Erstmals eröffnet werden wird das Finale durch Tschechien, dafür wünschen wir unseren Nachbarn viel Glück.

Wir wünschen Euch aus dem sonnigen Turin einen wunderschönen Proben-Freitag, den Dreizehnten.
Euer
OGAE-Team

Deutschland hat die Startnummer 13

13. Mai 2022 Reinhard Ehret

Malik Harris wird als 13. ins Rennen gehen! In dieser Reihenfolge werden wir die Lieder des großen Finales am Samstag erleben:

1. Tschechien

2. Rumänien

3. Portugal

4. Finnland

5. Schweiz

6. Frankreich

7. Norwegen

8. Armenien

9. Italien

10. Spanien

11. Niederlande

12. Ukraine

13. Deutschland

14. Litauen

15. Aserbaidschan

16. Belgien

17. Griechenland

18. Island

19. Moldau

20. Schweden

21. Australien

22. Großbritannien

23. Polen

24. Serbien

25. Estland

 

Alle Details zur Startreihenfolge und den Teilnehmern findet Ihr auf unserer Teilnehmer-Übersicht

 

Franks Nachtgedanken nach dem 2. Halbfinale

13. Mai 2022 Frank Albers

Franks Nachtgedanken nach dem Ende des zweiten Halbfinals, das wieder mit einigen Überraschungen daher kam.

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Editor: Reinhard Ehret

Das zweite Halbfinale ist entschieden!

12. Mai 2022 Reinhard Ehret

Auch das zweite Halbfinale konnte mit einigen Überraschungen aufwarten. Ins Finale haben es geschafft (in Klammern die ausgeloste Starthälfte im Finale): Belgien (2.), Tschechien (1.), Aserbaidschan (2.), Poland (2.), Finnland (1.), Estland (2.), Australien (2.), Schweden (2.), Rumänien (1.) und Serbien (2.). Wir informieren Euch so bald wie möglich über die Final-Startreihenfolge.

Franks Nachtgedanken Spezial vor dem 2. Halbfinale

12. Mai 2022 Reinhard Ehret

Frank Albers hat zu einer Sonder-Ausgabe der “Nachtgedanken” Frank Ehrlacher an seiner Seite. Und der schildert uns seine ganz persönlichen Eindrücke vom Eurovision Song Contest in Turin. Viel Spaß beim Zuschauen und Zuhören.

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Schnitt: Reinhard Ehret

Buongiorno zum Tag des Zweiten Halbfinals

12. Mai 2022 Frank Albers

Ciao tutti,

die 13 bringt heute hoffentlich kein Unglück, denn am Ende des 13. Probentags steht heute das großartige 2. Halbfinale auf dem Programm.

Heute Nachmittag steht noch eine letzte Durchlaufprobe auf dem Programm (die sogenannte Familienshow).
Auch die Georgier (Foto) sind bereit.

Am Nachmittag laden der NDR und die Deutsche Botschaft Rom zu einem Empfang hier in Turin ein.

 

Wir wünschen Euch einen sonnigen Donnerstag und ein großartiges zweites Halbfinale.

Euer
OGAE-Team

Die EBU Pressekonferenz

12. Mai 2022 Frank Albers

An der heutigen EBU und RAI-Pressekonferenz nahmen die beiden Prouzenten der Show Claudio Fasulo (online) und Simona Martorelli sowie der Executive Supervisor der EBU Martin Österdahl teil.

Ein zentrales Thema in dieser Pressekonferenz war die neue, sehr strikte und viel kritisierte Akkreditierungspolitik der EBU. Hauptgrund für die Reduzierung der Anzahl der Akkreditierten wäre immer noch Corona und der Versuch, einen Weg zu finden, die anwesenden Fans und Journalisten so gut wie möglich zu schützen. Ein weiteren Grund wären die Finanzen, denn das Pressezentrum würde einen großen Kostenfaktor im Budget des Wettbewerbs ausmachen. Und für die austragenenen Sender wäre es ein großer Unterschied, ob 2000 oder nur 500 Journalisten vor Ort akkreditiert seien. Von Seiten der Delegationen hätte es keine Beschwerden gegeben, dass Pressekonferenzen zu schlecht besucht oder medial zu wenig divers besetzt gewesen seien. Martin Österdahl zog aus dem Fakt, dass die PKs so schlecht besucht seien, den Schluss, dass es möglicherweise zu viele Pressekonferenzen geben würde. Eine nicht wirklich überraschende Reaktion, denn das “Phänomen”, dass man feststellt, dass etwas nicht mehr benötigt wird, nachdem man es herunter gewirtschaftet hat, ist nicht neu.

Die Partnerschaft mit TikTok wäre in diesem Jahr gut gelaufen, aber sie würde nach dem ESC kritisch evaluiert werden, auch hinsichtlich der Menschenrechtssituation in China, wo die TikTok-Betreiber ansässig sind. Grundsätzlich sieht Martin Österdahl die Zusammenarbeit mit Plattformen wie TikTok als unverzichtbar an, wobei im bewusst sei, dass es auch andere Anbieter gebe.

Claudio führte mit ein paar Worten aus, in welcher Form die Show auf den Krieg in der Ukraine reagieren wird und diesen thematisieren wird. Geplant ist, dass auf der Piazza de Carlo in Turins Innenstadt das Lied “Give Peace a Chance” gesungen werden wird und dieses Lied dann in die Halle getragen wird, um dort vom Publikum weitergesungen zu werden.

Auch der Ausfall der kinetischen Sonne wurde thematisiert. Der Hauptgrund für den weitestgehenden Verzicht auf die Sonne sei, dass aufgrund der Motorenprobleme, die Zeit für die Bewegung der Flügel zwischen den Acts zu lange gedauert hätte, zudem wollte man das Risiko eines technischen Ausfalls vermeiden. Aus diesem Grund würde die Sonne in ihrer vollen Entfaltung nur für die Showacts verwendet.

Für den Fall, dass die Ukraine gewinnen sollte, würden mit dem zuständigen Sender die selben Gespräche geführt wie mit jedem anderen Sender auch und dann entschieden, ob eine Austragung im jeweiligen Land möglich sei oder nicht. Eine lange Liste an Garantien müssten erfüllt werden, darunter natürlich auch die Garantie von Sicherheit für alle Beteiligte.

Die Frage, ob der ESC nun politisch sei, sei eine hoch philosophische Frage. Die EBU würde aber alles daran setzen, keine politischen Botschaften auf der Bühne zuzulassen.

 

 

(Foto: Frank Albers)

 

LIVE-BLOG zum Nachlesen: Die Juryshow Turin 2022 (ESC Halbfinale 2)

11. Mai 2022 Marc Gehring

Buona serata zum zweiten OGAE.de Live-Blog vom ESC 2022 aus Turin. Wir bloggen für euch live alle Geschehnisse der Juryshow für das Halbfinale 2. Um die begehrten 10 Finaltickets kämpfen 18 Ländern und auch die BIG5-Länder Spanien, Großbritannien sowie Deutschland mit Malik Harris werden auftreten. Wem flattern die Nerven? Welche Länder überraschen mit Last-Minute-Änderungen? Gibt es technische Pannen? Wie stark sind der Opening Act und der Interval Act?

Wir möchten für euch die Ereignisse und den Ablauf der Juryshow live bloggen, das heißt dieser Beitrag wird laufend aktualisiert. LIVE mitlesen funktioniert ganz einfach, ihr müsst nur den Beitrag ebenfalls regelmäßig aktualisieren.

Wie läuft heute Abend das ESC Jury-Voting ab? Die nationalen Jurys vergeben die Hälfte aller Punkte beim ESC. Dafür treffen sich die Jury-Mitglieder eines Landes und schauen heute Abend gemeinsam die Juryshow an. Jedes Jury-Mitglied erstellt daraufhin, basierend auf Stimme, Komposition und Originalität des Liedes, eine Rangliste. Dabei soll dies jeder unabhängig von den Anderen tun. Sobald alle Listen fertiggestellt sind, werden sie von der EBU überprüft und in Punkte umgerechnet. Die Jurys bestimmen also heute Abend schon zu 50% mit, welche 10 Länder sich dann am Donnerstag 12.5.22 in der TV Live Show für das Finale qualifizieren.

Wie läuft unser OGAE Live-Blog Voting ab? Stefan, Marc und Simon werden in die Rolle von Jury-Mitgliedern schlüpfen. Dabei werden wir versuchen die einzelnen Songs aus Jury-Sicht bewerten, also ein besonderes Augenmerk auf Stimme, Komposition und Originalität werfen. Pro Song vergeben wir 1 – 12 Punkte. Im Halbfinale 1 hatten wir mit unserer Prognose 8 von 10 richtigen Vorhersagen (bei der Schweiz und bei Island lagen wir daneben).

Da die Juryshow nicht live im TV oder Internet für alle frei zugänglich übertragen wird, habt ihr so die Möglichkeit per Live-Blog dabei zu sein oder die Geschehnisse dann in den Folgetagen nachzulesen. Da wir live und mit hoher Geschwindigkeit bloggen, bitten wir euch, kleine Rechtschreibfehler zu verzeihen.

Beginnen wird Stefan mit dem Opening Act, ab Startnummer 7 übernimmt Marc und Simon wird ab Startnummer 14 bloggen. Viel Spaß!

Alessandro macht den Beginn. Nach einem Blick in die Garderobe und einem süße-Kätzchen-Bild versuchte sich Alessandro als Tänzer inmitten einer Schar Tänzer, die das wirklich können. Es war halt eine kleine Einlage. Pflicht erfüllt.

Dann wird es bunt. Mika in einem knallgelben Anzug und Laura in einem Bordeaux-rotem Kleid begrüßen das Publikum,  inklusive der üblichen Regelwerk-Kunde. Alessandro in seinem schwarzen Anzug komplettiert das Trio vor der Wasserfall-Kulisse und nach ein paar Witzchen geht es auch schon los.

Hier die Startreihenfolge:

1 Finnland: The Rasmus “Jezebel”

Mit einem gelben Luftballon und in einem gelben Regenmantel steht Lauri da und beginnt zu singen. Dann kommt der Rest der Rasmuse ins Bild und sie rocken los. Das Publikum wird schon mal wachgerüttelt. Letztes Jahr war der Finnenrock zwar markanter, aber das komplett gelbe Bühnenbild ist auch eindrucksvoll, da macht es auch nichts, dass der Regenmantel wegfliegt und Lauri oben ohne da steht, nur noch in seiner schwarzen Lederhose. Mit einem Schlagzeug- und Blitzlichtgewitter geht der Einstieg bravourös zu Ende.

Punkte 18/36 (Simon 5, Marc 7, Stefan 6)

2 Israel: Michael Ben David  “I.M”

Ganz in weiß und mit einem hohen Ton beginnt Israel. Nach Finnland fast etwas ruhig, aber der bewusst tuckige Beitrag macht ganz anders auf sich aufmerksam. In bester israelischer Tradition wird getanzt und alle Schwulen-Klischees umgesetzt. Auch das sorgt für Stimmung.

Punkte 10/36 (Simon 1, Marc 4, Stefan 5)

3 Serbien: Konstrakta “In corpore sano”

Dann startet die serbische Gesundheitskampagne. Der coole Auftritt, bei dem Konstrakta inmitten ihrer fünf HandtuchträgerInnen sitzt, ist ein Lehrvideo für Handwaschung oder auch die Auftragung von Handcremes. Das eigentlich ernste Thema kommt dabei gar nicht so richtig rüber. Die leichten Tobprobleme dürften ihr aber nicht schaden. Der lateinische Gesangspart fällt aber auf und Serbien könnte damit einen Kultbeitrag geschaffen haben.

Punkte 29/36 (Simon 12, Marc 10, Stefan 7)

4 Aserbaidschan: Nadir Rustamli “Fade to Black”

Aserbaidschan bietet eine eigentlich  ungewöhnlich normale Ballade an und auch die Inszenierung ist für das Land eher dezent. Nadir liegt anfangs auf der Showtreppe und bewegt sich dann langsam auf ihr aufwärts, gespiegelt von seinem sympolischen Ebenbild auf der anderen Treppenhälfte.  Anders als 2010 hatte man auch keine Angst, dass eine Aserin von der Treppe fällt. Insgesamt kommt wenigstens die samtrauchige Stimme des Sängers gut zur Geltung.

Punkte 19/36 (Simon 5, Marc 6, Stefan 8)

5 Georgien: Circus Mircus “Lock Me In”

Georgien hat ja schon öfters Mut zu mehr als ausgefallenen Nummern gezeigt und wurde dafür fast nie belohnt. Das dürfte sich dieses Jahr kaum ändern. Die seltsamen Outifts und Masken lenken aber einigermaßen vom geringen kompositorischen Anspruch ab. Nach Zirkus schaut das ganze aber auch nicht aus, von wenigen Einblendung im Hintergrund abgesehen. Eine Antwort darauf, was das alles soll, findet nicht jeder automatisch.

Punkte 10/36 (Simon 3, Marc 5, Stefan 2)

6 Malta: Emma Muscat “I Am What I Am”

Es gab mehrere Möglichkeiten, diese im Grunde klassische Hymne darzubieten. Dass sie anfangs am Klavier sitzt ist erwartbar. Aber dass sie am Ende in einem Diskokugel-Kleidchen darauf tanzt weniger. Wenn aber der Chor dazu kommt und alle mitklatschen können, sind wir bei einem Beitrag, der schon vor 30 Jahren in Gruppenformation hätte gesungen werden können. Trotz des Kleides etwas altbacken, aber Harmonie kann es in Europa gerade nicht genug geben.

Punkte 14/36 (Simon 4, Marc 4, Stefan 6)

Nun gibt es einen kurzen Einspieler zu Ehren des legendären San Remo Festivals und unvergessene Siegertitel wie z.B. “Volare”. Ruck zuck geht es weiter.

7 San Marino: Achille Lauro “Stripper”

Jetzt wird es laut und schrill. Natürlich versucht Achille ganz klar auf der Maneskin-ESC-Erfolgswelle mit zu reiten – und zwar auf einem rosa Bullen. Star-Appeal hat er in Hülle und Fülle und es liegt bei ihm auch immer ein Skandal in der Luft. In der Theorie hört sich das alles super an, aber trotz Rodeo kommt das nicht an die ESC-Sieger heran. Für das Finale wird es wohl trotzdem reichen, da er sicher im Televoting morgen gut punktet. Cher möchte übrigens ihr schwarzes durchsichtiges Netzkleid zurück, das sie mal bei “Wetten dass” getragen hat.

Punkte 19/36 (Simon 7, Marc 6, Stefan 6)

8 Australien: Sheldon Riley “Not the Same”

Schlag auf Schlag geht es weiter mit den schillernden Persönlichkeiten. Sheldon fällt auf ? zum Glück nicht nur optisch, sondern auch Dank der tollen Stimme. Er will wohl der Jury beweisen, wie toll er singen kann und macht besonders viele Schlenker, die in dieser Vielzahl gar nicht nötig wären. Mancher Ton klang dann sogar etwas gepresst. Es ist auf jeden Fall eine schöne geheimnisvolle Inszenierung, die nicht zuletzt wegen seiner Gesichtsverhüllung auffällt. Am Ende gibt es dann die große Demaskierung.

Punkte 22/36 (Simon 7, Marc 8, Stefan 7)

9 Zypern: Andromache “Ela”

Nun die Venus von Turin. Der am meisten nach Griechenland klingende Beitrag kommt diesmal aus Zypern meinte gestern ein Fan in Turin. Dem ist nichts hinzu zu fügen. Allerdings ist die Inszenierung doch sehr retro. Alles recht hübsch und schön mit Tänzern garniert, aber ohne den ganz großen Wow-Effekt. Im ersten Semifinale hat man bei Island und Litauen aber gesehen, dass das für das Finale reichen kann. Valentina Monetta möchte übrigens ihre Muschel zurück!

Punkte 16/36 (Simon 6, Marc 6, Stefan 4)

10 Irland: Brooke “That’s Rich”

Okay, nun kommt ein Beitrag, der es bei den Jurys sehr schwer haben wird. Brooke und ihre 4 Tänzerinnen sorgen nach den zwei ruhigeren Nummer natürlich für Partystimmung. Pyrotechnik darf auch nicht fehlen. Die Stimme klingt an manchen Stellen verzerrt, was die gesangliche Darbietung bei den Juroren sicher nicht aufwertet. Hin und wieder sieht man leider den Kameramann bzw. die Kamera im Bild. Da ist noch Luft nach oben.

Punkte 14/36 (Simon 5, Marc 4, Stefan 5)

11 Nordmazedonien: Andrea “Circles”

Zöpfe haben es 2022 in Turin schwer. Gestern hat es Ronela aus Albanien und Pia Maria aus Österreich erwischt. Auch Andrea wird es schwer haben. Also lieber Zöpfe ab! Das ist aber nicht das einzige Problem. Andrea hätte mit ihrem Auftritt beim türkisen Teppich am Sonntag beinahe einen Skandal ausgelöst. So wie viele andere Künstler auch hat sie aufgrund des Regens für das Fotoshooting ihre Landesfahne schwungvoll in die Ecke geworfen. Das kam zuhause in Nordmazedonien gar nicht gut an und sie musste sich entschuldigen. Leider ist die Bühnenshow in Turin bei Andrea recht kühl mit viel dunklem blau.

Punkte 17/36 (Simon 8, Marc 4, Stefan 5)

12 Estland: Stefan “Hope”

Country und Western-Musik ist sowas von hip beim ESC 2022 in Turin. Und hier nun der meiner Meinung nach beste Country-Song im Teilnehmerfeld. Der Sound erinnert sogar leicht an glorreiche Avicii-Zeiten. Leider ist die Inszenierung nicht ganz so fesselnd wie beim nationalen Finale Eesti Laul, als es eine simulierte Wild-West-Schießerei auf der Bühne gab. In den aktuellen Kriegszeiten wäre das vielleicht auch keine so gute Idee. Das ist jedenfalls der erste Song heute Abend, bei dem man sieht, dass das Publikum richtig mitgeht und mitsingt. Am Anfang und am Ende von “Hope” gibt es einen coolen Sepia-Effekt mit Kino-Abspann.

Punkte 23/36 (Simon 7, Marc 8, Stefan 8)

13 Rumänien: WRS “Llamame”

Rumänien schickt mal wieder einen spanisch angehauchten Beitrag ins Rennen. WRS startet dabei überraschend zugeknöpft  im roten Rüschen-Hemd, das sich per Costume Change zum glitzernden Torrero-Muskelshirt wandelt. Der Song und die Inszenierung schaffen eine Gayclub-Atmosphäre, die zumindest im Yumbo-Center von Playa del Ingles das Publikum verzücken würde. Ob die Jurys auch verzückt sind, ist eher fraglich. Beim Televoting dürfte es morgen hingegen gut ankommen.

Punkte 19/36 (Simon 7, Marc 5, Stefan 7)

14 Polen: Ochman “River”

Und dann ein heißer Kandidat auf die Top 10. Nach dem die Postkarte geendet hat und die Kamera langsam vom Hallendach auf Ochman zufährt, hören wir noch das Plätschern des Brunnens in der Halle. Für den polnischen “River” natürlich perfekt. Fehlerfrei und professionell liefert Ochman auch heute ab. Damit übernimmt er bei uns heute knapp die Führung vor Serbien.

Punkte 30/36 (Simon 10, Marc 10, Stefan 10)

15 Montenegro: Vladana “Breathe”

Es folgt Vladana aus Montenegro. Mit einem sehr merkwürdigen Kleid, welches bei Nahaufnahmen so aussieht, als würde sie einen Sonnenschirm hinter sich tragen, singt sie leicht verbissen guckend ihren Song. Kurz vor dem Ende folgt dann ein kurzer Part in Italienisch. Ob Italien deswegen besonders viele Punkt nach Montenegro geben wird?

Punkte 20/36 (Simon 7, Marc 6, Stefan 7)

16 Belgien: Jeremie Makiese “Miss You”

Ein bisschen R’n’B-Style versucht Jeremie auf die Bühne zu bringen. Mit zwei Männern und Frauen interagiert er zwischendurch, hohe Töne kommen und gehen, aber ausreichend stark kommt seine Stimme in manchen Momenten nicht rüber.

Punkte 19/36 (Simon 5, Marc 7, Stefan 7)

17 Schweden: Cornelia Jakobs “Hold Me Closer”

Cornelia Jakobs, als Mitfavorit für den Gesamtsieg, und SVT dachten sich: Never Change a winning performance. Und so sehen wir hier natürlich einen ziemlich identischen Auftritt der Schwedin. An einer Passage wirkte es, als habe sie den Einsatz nicht ganz getroffen. Für das Halbfinale dürfte es keine großen Probleme deswegen geben. Aber im Finale sollte ein solcher Fehler nicht passieren.

Punkte 32/36 (Simon 10, Marc 12, Stefan 10)

18 Tschechien: We Are Domi “Lights Off”

Die Tschechen bringen die halbbesetzte Halle zum Beben. Auch wenn es stimmlich etwas dünn schien. Dies war bei der nationalen Vorentscheidung besser. Aber es war ein Partykracher, welcher vor allem bei dem Publikum richtig gut ankommen wird. Ob auch die Jurys dies so sehen, davon hängt Tschechiens Platzierung wohl stark von ab. Dennoch, ein Lichtgewitter und eine komplett verdunkeltes PalaOlimpico passt zu “Lights On” natürlich perfekt.

Punkte 18/36 (Simon 8, Marc 6, Stefan 4)

Damit haben wir alle 18 Lieder für heute gehört. Es folgt der erste Schnelldurchgang und der als “The Duet” ankündigte Interval Act von Laura Pausini und Mika. Das erste Lied ist “Fragile” von Sting, gefolgt von “People Have The Power” von Patti Smith. Das schien es gewesen zu sein. Vor allem bei zweiterem stimmte die Harmonie zwischen den beiden irgendwie noch nicht so richtig.

Und noch ein Schnelldurchgang. Wir nutzen dies um euch unser Ergebnis zu präsentieren.
Hier nun das Ranking des simulierten OGAE Live-Juryvotings von Simon, Marc und Stefan. Wir sind gespannt, wie nahe wir dem tatsächlichen Jury-Voting kommen werden. Das Ergebnis der Länderjurys für die heutige Juryshow wird nach dem Grand Final von der EBU veröffentlicht.

Platz 1: Schweden 32 Punkte
Platz 2: Polen 30
Platz 3: Serbien 29
Platz 4: Estland 23
Platz 5: Australien 22
Platz 6: Montenegro 20
Platz 7: Aserbaidschan 19 (höhere Einzelwertung)
Platz 8: Rumänien 19
Platz 9: Belgien 19 (höhere Startnummer)
Platz 10: San Marino 19 (niedrigere Einzelwertung)
—————————————————————–
Platz 11: Tschechien 18 (höhere Einzelwertung)
Platz 12: Finnland 18
Platz 13: Nordmazedonien 17
Platz 14: Zypern 16
Platz 15: Malta 14 (höhere Einzelwertung)
Platz 16: Irland 14
Platz 17: Israel 10 (höhere Einzelwertung)
Platz 18: Georgien 10

So also unsere Wertung. Drei klare Favoriten und dann wird es enger. Weiter geht es hier mit dem nächsten Interval Act. Es singt Il Volo zu zweit auf der Bühne. Denn auch wenn es manchmal das Gefühl hat, die Pandemie ist noch nicht komplett vorbei. Gianluca wurde heute positiv getestet und darf deswegen nicht auf der Bühne stehen. Er wird von zu Hause eingeblendet, während seine beiden Kollegen auf der Bühne sind. Gemeinsam singen sie “Grande Amore” – auf Englisch! Es klingt fast wie ein Sakrileg. Wahrscheinlich wollen die Italiener sagen, dass sie auch auf Englisch singen können.

Weiter geht es mit einer weiteren Folge von “Eurovision Confidential”, also angebliche Eurovision Geheimnisse. Wieder wurden Beiträge rausgesucht, bei denen etwas skurriles passierte. Irgendwie will der Funke bei diesen Videos bei mir persönlich noch nicht so überspringen.

Es geht weiter mit Chanel aus Spanien. Auf die Frage, wann Spanien zuletzt gewonnen habe, antwortet die Spanierin mit “2022”. Wir werden es sehen. Zumindest gibt es großen Jubel bei dem kurzen Ausschnitt ihres Auftrittes.

Weiter wird Sam Ryder von UK vorgestellt. Der Jubel ist ebenfalls sehr groß.

Und dann kommt Malik Harris. Für ihn sei die Stimme seines Großvaters “the Sound of Beauty”. Als sein Video gezeigt wurde, entflammt tatsächlich ein guter Applaus. Doch am Ende des Liedes muss der Moderator die Stimmung in der Halle doch wieder mit “How are you doing, Turin” hochpushen. Weiter geht es mit den Aufzeichnungen von Chanel, Sam Ryder und Malik Harris. Auch bei der Aufzählung bekommt Malik leider mit Abstand den wenigstens Jubel.

Chanel bringt ihre Performance zwar professionell über die Bühne. Doch ihre Stimme leidet sehr unter ihrem Tanz. Für musikalische Verhältnisse ist sie fast außer Atem. Dennoch: Das Publikum jubelt frenetisch.

Die Pause zu Sam Ryder ist jetzt sehr lang. Entweder der Aufbau dauert so lange, oder man lässt sich einfach Zeit. Doch dann geht es los und Sam bleibt einfach Sam. Er singt sein Lied fehlerfrei und aus den drei Strommasten werden zum Ende hin tatsächlich gelbe Raumschiffe. Dass dieser Mann einfach unglaublich sympathisch sein muss, kommt absolut rüber. Können wir uns eventuell wirklich auf Manchester 2023 einstellen?

Aber nun warten wir auf Malik! Er singt in seinem Probenraum, in dem drei alte Teppiche abgerantzt übereinander auf dem Boden liegen. Er spielt an drei Instrumenten, doch keiner kommt und unterstützt ihn. Hätte gut kommen können, wenn nach seinem Rapppart plötzlich Bandmitglieder an den Instrumenten gespielt hätten. Doch gesanglich war das reibungslos, ein guter Auftritt von Malik. Der Funke wollte aber nicht so sehr auf das Publikum vor Ort überspringen, der Applaus fiel relativ verhalten aus.

Und dann, eine halbe Stunde vor dem Ende des Tages, singt plötzlich die gesamte Halle “Happy Birthday to You” – zumindest diejenigen, welche den Text zur italienischen Version von diesem Geburtstagslied kennen. Der Grund: Moderator Alessandro Cattelan feiert heute seinen 42. Geburtstag. Auch von uns herzlichen Glückwunsch, Alessandro!

Nun kommt wieder das Fake-Voting. Es sind also eventuell und vielleicht im Finale: Belgien, Aserbaidschan, Georgien, Nordmazedonien, Irland, Estland, Schweden, Polen, Rumänien und San Marino. Wahrscheinlich wird es morgen ein klein wenig anders aussehen. Aber wer weiß es schon, auch gestern sind drei Länder ins Finale eingezogen, welche seitens der Buchmacher als ausgeschieden angesehen wird.

Und damit endet auch das zweite Jury-Semifinale und damit unser Liveblog! Marc, Stefan und Simon verabschieden sich und wünschen Euch morgen einen wunderbaren Semifinaltag! Ciao!