
3. Mai 2022 Frank Albers
Das Wechselbad der Gefühle von purer Euphorie 2019 bis tiefer Niedergeschlagenheit 2021, das nordmazedonsiche Fans in den vergangenen Jahren erlebt haben, will Andrea mit ihren „Circles“ in diesem Jahr wieder in eine positive Richtung lenken.
Nach der ersten Probe, bei der sie und ihr Team mehrere Dinge ausprobiert hätten, werden sie nun ein paar Kleinigkeiten vor allem beim Hintergrund ändern. Andrea steht ganz in Schwarz gekleidet allein auf der großen Bühne, in der Ferne sieht man einige Lichtinstallationen. Ales scheint sehr zurückgenommen.
„Circles“ hat Andrea gemeinsam mit ihrem engen Freund und Produzenten Aleksandar Masevski geschrieben, der ihr auch während des schwierigen Entstehungsprozesses des Liedes immer wieder Mut und Kraft gegeben hätte. Hier beim ESC erlebe sie gerade die größte Zeit ihres Lebens und sie hofft, dass sie mit ihrem Auftritt den vielen jungen Talenten in Nordmazedonien den Mut geben kann, einen ähnlichen Weg in der Musik einzuschlagen wie sie. Nordmazedonien hätte so viele herausragende Talente und es sei so traurig, dass die Welt sie nicht wahrnehmen würde. So wie viele Menschen in Europa noch nicht einmal wissen würden, dass es ein Land wie Nordmazedonien überhaupt gibt. Ein wichtiges Anliegen ist ihr auch, dass Musik sich aus der ganz großen Kommerzialisierung befreien kann und wieder zu seinen Wurzeln findet. Es irritiert sie auch, dass es soviele kommerzielle Talentshows gibt, deren Sieger in der Regel nie eine wirkliche Karriere machen, da nach dem Ende der Shows keine Unterstützung mehr da ist.
Sie sei deshalb stolz in diesem Jahr musikalische Botschafterin ihres kleinen Landes zu sein, auch um für ihre Gedanken Gehör zu finden.

Vor ihrer Abreise nach Turin hat sie sich mit den ehemaligen und sehr erfolgreichen nordmazedonsichen Vertreterinnen Tamara und Kaliopi getroffen, die ihr gute und wichtige Ratschläge gegeben haben. Vor allem voll konzentriert zu bleiben, sich nicht von Kleinigkeiten und Deatils nerven zu lassen und einfach Freude zu haben. Beide sind für Andrea große und wichtige Vorbilder. Die Begegnung mit Kaliopi hätte ihre Persönlichkeit geändert. Mt ihrem Lied „Circles“ möchte sie die üblen Kreisläufe aus Angst und Depression durchbrechen.
Andrea ist eine sehr selbstbewusste und dynamische junge Frau, die aber auch sehr emotional sein kann. Unter Druck würde sie dann manchmal überreagieren oder sich unklug verhalten, weshalb sie dankbar sein, enge Freund an ihrer Seite zu haben, die sie wieder einfangen. Eine gute Möglichkeit, sich abzulenken, sei Kick-Boxing, das sie seit einigen Jahren aktiv betreibt und dann auch gleich der Moderatorin demonstrierte. Kick-Boxing würde ihr nicht nur physische Stärke sondern auch mentale Stärke geben, um die sie umgebenden Ängste zu überwinden.

Allein auf der großen Bühne zu stehen, würde ihr keine Angst machen, da sie von tollen Menschen hinter der Bühne umgeben ist, die ihr die Kraft und Energie geben, heil und gut durch die drei Minuten zu kommen. Einen Teil ihrer Kindheit hat Andrea mit ihren Eltern in Amerika verbracht, wo sie in New York in einen Kindergarten gegangen ist. Bis heute ist ihr Musikgeschmack und ihre eigene Musik stark amerikanisch geprägt. Vor allem Gospel hätte eine große Wirkung auf sie.

(Foto 1,3: EBU/Screenshot, Foto 2,4: EBU)