
1. Mai 2022 Frank Albers
Auch Griechenland hatte heute die erste Probe. Amanda Georgiadi Tenfjord steht dabei alleine auf der Bühne. Sie scheint sich, das Lied und die Lichttechnik sprechen lassen zu wollen. Umgeben von Stühlen, die so schief sind, dass keiner auf ihnen sitzen könnte. In der Pressekonferenz erklärte sie, dass diese Stühle aussehen sollen, als würden sie schmelzen. Wofür diese Symbolik steht, solle aber jeder für sich selbst interpretieren. Geschrieben hat sie ihr Lied „Die Together“ nach der Trennung von ihrem Freund. Diese Trennung habe sie emotional sehr belastet und all dieser Schmerz würde sich in ihrem Lied widerspiegeln. Obwohl es um das schmerzvolle Ende einer Beziehung geht, würde ihrem jetztigen Freund das Lied ausgesprochen gut gefallen.
Sie freut sich wieder in Italien zu sein, an das sie vor allem Kindheitserinnerungen hat, da sie mit ihren Eltern regelmäßig im Sommer von Norwegen über Italien nach Griechenland mit dem Auto gefahren ist. Amanda ist halb Norwegerin und halb Griechin und lebt im norwegischen Trondheim, ihr norwegischer Akzent ist unverkennbar. Ihre gesamte musikalische Karriere fand bisher auch in Norwegen statt, wo sie aufgewachsen ist und wo sie lebt und studiert. Dennoch sei sie sehr stolz, ihre zweite Heimat Greichenland beim ESC verterten zu dürfen. Sie würde sich aber genauso über ein gutes Abschneiden oder gar den Sieg Norwegens freuen. Der Gedanke des Wettbewerb sei ihr ohnehin nicht so wichtig. Trotz ihrer Nähe zu Norwegen hat sie natürlich griechische ESC-Lieblingslieder, vor allem „My Number One“ von 2005 und „Anixi“ von 1990.
Die Frage, wie sie ihre Kompositionen entwickelt, erklärte sie sehr pragmatisch: Wo immer ihr etwas einfallen würde (egal ob unter der Dusche oder an der Uni), würde sie es sich sofort auf dem Smartphone notieren oder kurz aufnehmen und unverzüglich ins Studio tragen und dort weiterentwickeln.

Die Frage zur Zusammenarbeit mit ihrem Choreographen stimmte sie regelrecht euphorisch. Er würde auf alle ihre Wünsche eingehen und selbst ihre schlechtesten Stimmungen ertragen und kreativ umsetzen. Das Ergebnis sei „amazing“. Auch in dem Video, welches auf der griechischen Insel Symi gedreht wurde, wäre diese Stimmung glänzend umgesetzt worden.
Eine besondere musikalische Nähe empfindet sie zu der portugiesischen Vertreterin Maro, mit der sie gerne zusammenarbeiten würde. Sie sei seit Jahren ein großer Fan ihrer Musik. Neben Maro sei sie zudem großer Fan von Whitney Houston und von traditioneller griechischer Musik. Hier würde sie vor allem die tollen Texte beeindrucken.
Amanda ist nicht nur Sängerin sondern auch angehende Medizinerin. Ihr Studium hatte sie kurzzeitig zu Gunsten der Musik unterbrochen. Ende Mai hoffe sie aber, an der Abschlussprüfung teilnehmen zu können. Straffes Programm für Amanda. Sie ist aber immer noch eng mit ihren Komillitonen befreundet, mit einigen hatte sie zusammen die Band „The Flu Fighters“ gegründet.

(Foto 1: EBU/Screenshot, Foto 2: EBU)