
13. Mai 2026 Stefan Ball
Heute wird es Ernst für die Teilnehmer des zweiten Halbfinals. Die zweite Generalprobe steht an, und nach dieser werden die nationalen Jurys ihre Punkte vergeben. Die Hälfte der Entscheidung über die 10 Finalisten steht dann fest.
Unsere Blogger Marc und Stefan werden Euch durch diesen Abend führen und dabei mit Simon, der live in der Halle dabei ist, auch eine persönliche Wertung abgeben. Viel Spaß beim „Live“ dabei sein oder beim Nachlesen!!!
Servus aus Wien und willkommen in der brodelnden Wiener Stadthalle! Los geht es mit einem Rückblick auf Semifinale 1 und JJs Siegerperformance aus dem Vorjahr. Doch halt, plötzlich befinden wir uns im Hier und Jetzt und Michael Ostrowski und Victoria Swarovski sind stattdessen auf dem legendären Boot und das Papierschiffchen fliegt durch die Luft. Michael und Victoria verursachen ein hemmungsloses Chaos auf dem Boot, sodass der Kahn in Flammen aufgeht. Das Boot kippt, die Hosts steigen aus der Asche und die Stimmung ist Bestens.
Victoria Swaroski begrüßt das Publikum in einem schwarz funkelnden Minikleid und Michael Ostrowski beginnt im dunklen Fischermantel – und heute darf auch endlich Greenroom-Moderatorin Emily Busvine ran, die im ersten Semi noch Statistin war und jetzt zumindest Kaffee mit Smalltalk servieren darf. Keine sieben Minuten später rauscht schon die erste Postkarte über die Screens und wir sind bereit für Startnummer 1.
01. Bulgarien – Dara „Bangaranga“
Bulgarien eröffnet das Semi wie ein energiegeladener Wohnzimmer-Tornado: DARA wirbelt durch ihr holzvertäfeltes Chaos-Zimmer, während die Tänzer Kopfstände, Stuhl-Akrobatik und „Reise nach Jerusalem“ auf einer Drehbühne kombinieren. Nach zwei Minuten fliegt das ganze Set von der Bühne, als hätte jemand „Bangaranga“ wörtlich genommen. Ein energiegeladener Auftritt voll auf die Zwölf!
Punkte 26 (Marc 8/ Stefan 8/ Simon 10)
02. Aserbaidschan – Jiva „Just Go“
Aserbaidschan liefert eine Trennungsballade im Nebel, so statisch, dass selbst der Tänzer mit Hut kaum Leben reinbekommt. Die Schwarz-Weiß-Rückblenden wirken wie ein Werbespot für „Beziehungen, die es nicht mehr gibt“. Am Ende reißt sich Jiva dramatisch vom Band los – der spannendste Moment einer sonst eher braven Nummer.
Punkte 16 (Marc 5/ Stefan 6/ Simon 5)
03. Rumänien – Alexandra Capitanescu „Choke Me“
Alexandra startet gefesselt mit Leuchtschnüren an ihren Gitarristen, während eine weiß gekleidete Geistergestalt im Zentrum sitzt und Drama ausstrahlt. Sobald sie sich von den Leuchtseilen befreit, jagt sie den Geist von der Bühne und übernimmt das Zentrum wie eine Rockpriesterin auf Mission. Viel Feuer, viel Kameraarbeit, viel Präsenz – Rumänien ist ein schreiend lauter Drei-Minuten-Exorzismus mit Gitarren.
Punkte 24 (Marc 7/ Stefan 7/ Simon 10)
04. Luxemburg – Eva Marija „Mother Nature“
Eva Marija steht in einem naturhaften, mystischen Setting, das komplett auf die Atmosphäre von „Mother Nature“ zugeschnitten ist. Ihr Look bleibt erdig-elegant, während die Bühne mit organischen Formen, warmen Farben und subtilen Lichtwechseln arbeitet, die ihre Geige und ihre ruhige Präsenz in den Mittelpunkt rücken. Die Performance setzt weniger auf Effekte als auf Aura – ein stiller, konzentrierter Auftritt wie ein Ruhepol zwischen den lauteren Acts funktioniert. Leider ist heute stimmlich nicht ihr bester Tag.
Punkte 17 (Marc 5/ Stefan 4/ Simon 8)
05. Tschechien – Daniel Zizka „Crossroads“
Daniel startet in einem Wald aus Spiegeln, die von vier komplett schwarz gekleideten „Back-Up-Boys“ bewegt werden – dadurch entstehen zu Beginn mehrere „Daniels“, die sich wie ein lebendiges Kaleidoskop vervielfachen. Die Show ist ein visueller Overload aus Spiegeln, Lichtreflexen, Kameratricks und einer vierteiligen Requisite, die ständig neue Perspektiven erzeugt und am Ende aufgereiht da steht.
Punkte 15 (Marc 6/ Stefan 2/ Simon 7)
Big4 Frankreich – Monroe „Regarde“
Monroe erscheint wie eine Heldin: komplett in einem weißen Rokoko-artigen Kostüm , umgeben von dichtem Rauch, während sie sich über den 30-Meter-Catwalk kämpft und ihre 5 Tänzer in kurzen schwarzen Hosen sie immer wieder zurückreissen. Die Inszenierung steigert sich zu einem regelrechten Duell zwischen Kunst und Kontrolle, bis Feuerwerksgrafiken und Rauchsäulen das doppelte Finale explodieren lassen. Das Ganze wirkt wie ein dramatischer Befreiungsakt.
Punkte 26 (Marc 8/ Stefan 8/ Simon 10)
Im nächsten Clip geht Dozentin Victoria der Frage nach, ob queere Menschen den ESC nicht „übernommen“ haben. Natürlich stimmt das so nicht, denn „We are all human“.
06. Armenien – Simon „Paloma Rumba“
SIMON wird zu Beginn von seinen „Kollegen“ kopfüber aufgehängt. Er trägt eine Jacke mit gelben Post It Aufklebern mit Botschaften von seinen Fans. Auf der Bühne stehen 16 gestapelte Papierkartons, die im Verlauf der Performance umgeworfen, erklommen und zerstört werden – ein visuelles Sinnbild für Kündigung, Chaos und Befreiung. SIMON rennt, springt, macht Saltos, greift sogar selbst zur Kamera und endet in einer Siegerpose auf den Tänzern – ein dreiminütiger hyperaktiver Overload mit opulenter Schlusspose.
Punkte 17 (Marc 6/ Stefan 7/ Simon 4)
7. Schweiz – Veronica Fusaro „Alice“
Veronica trägt einen schwarzen Hosenanzug, übersät mit Strasssteinen, dazu Feder-Schultern, die ihr einen fast zerbrechlich-glamourösen Look geben. Die gesamte Inszenierung dreht sich um rote Seile: Ihr Mikrofon ist ein Seil, vier Tänzerinnen sind in Seile gewickelt, und ein riesiges würfelförmiges Klettergerüst wird zum Gefängnis, das häusliche Gewalt symbolisiert. Im Finale kniet Veronica, holt die an Seilen befestigte Gitarre hervor. Leider wirkt der LED Content bisweilen wie eine Bildstörung.
Punkte 16 (Marc 5/ Stefan 3/ Simon 8)
08. Zypern – Antigoni „Jalla“
Passend zur Textzeile „Dancing on the Table“ tanzt Antigoni auf einem gigantischen Tisch, so groß, dass vier in weiß gekleidete Tänzerinnen und Stühle locker Platz finden. Der LED-Tischläufer liefert beim „you want more?“-Moment den visuell stärksten Effekt, bevor Antigoni den Tisch verlässt und den Catwalk der Stadthalle mit Pyro und Feuer wie eine Sommernacht in Nicosia zum Glühen bringt. Ihr weißes, perlenbesetztes Sommer-Fransen-Kleid trifft auf eine Kulisse aus blau erleuchteten antiken Säulen. Stimmlich ist noch Luft nach oben.
Punkte 24 (Marc 7/ Stefan 7/ Simon 10)
Host Österreich – Cosmo „Tanzschein“
Nun wird es animalisch: COSMO und seine „tierische Crew“ (Gorilla, Gazelle, Nashorn, Löwin) liegen am Boden, bevor die bekannte Choreo losknallt und riesige Klettergerüste von der Hallendecke herabfahren. Mit Lederhosen, Strasshemd und Disco-Brustpanzer verwandelt er die Bühne in einen vibrierenden Club, während hinter ihm Stroboskoplichter jagen.
Punkte 23 (Marc 7/ Stefan 6/ Simon 10)
Nun tippt nicht mehr Marc, sondern Stefan.
09. Lettland – Atvara „Ena“
Im silbernen Kleid in der dunklen Halle wirft Atvara einen Schatten in einen weißen Türspalt. Im Hintergrund erscheint ein Kristallglas, das zerspringt und kurz darauf steht die Sängerin in einemlangsamen Scherbenwirbel, der mit dem letzten Ton lautlos in sich zusammenbricht.
Punkte 18 (Marc6/Stefan5/Simon7)
10. Dänemark – Sören Torpegaard Lund ?For vi gar hjem?
Anfangs ist nur Sörens Gesicht zu bis die totale auch seine schwarze Latexhose und das weiße Hemd zusehen ist. Wie in der Vorentscheidung kommt dann das riesige Aquarium ins Bild, auf und in das er steigt und sich dort mit seinen Tanzern und Tänzerinnen räkelt. Beim verlasse ist das Hemd verschwunden und er steckt oben in einem schwarzen Netzhemd. Dann kommt neben weißen Nebel auch noch rotes Licht dazu. Keine großen Änderungen zur Vorentscheidung.
Punkte 34 (Marc12/Stefan10/Simon12)
11. Australien – Delta Goodrem „Eclipse“
Das erste was man sieht, sind Harfensaiten. Aber bald sieht man Delta in ihrem mit Swarovski-Steinen übersäten goldenem Kleid hinter dem Mikrofon singen. Das verlässt sie und geht nach vorne zu einem goldenenn Flügel im roten Nebel, das sie stehend spielt bevor sie es zur gesanglichen Steigerung besteigt. Am Ende fährt sie auf einer aus dem Flügel wachsenden Säule gen Hallendecke.
Punkte 32 (Marc127stefan107Simon10)
12. Ukraine – Leleka „Ridnym“
Auch die Ukraine setzt auf eine weißes Kostüm, einen weißen Fransenhosenanzug. Der Hintergrund changiert von schwarz über Dunkelblau bis Rot. Da sie auch alleine auf der Bühne bleibt und sie nur dezente sowie fliesende Bewegungen absolviert, passiert nicht viel
Punkte 23 (Marc8/Stefan7/Simon8)
Big4 Großbritannien – Look Mum No Computer „Eins, Zwei, Drei“
Der junge Mann in einem rosa Overall vollführt mit seinen 4 pelzigen PCs eine Jagd auf Tischen und steht irgendwann doch hinter einem Mischpult, aber auch vor dem tritt er hervor und geht mit den PCs im Schlepptau den Catwalk hinab. Eine deutlich ruhigerer und weniger verstörender Auftritt, als im Video.
Punkte 16 (Marc4, Stefan6/Simon6)
13. Albanien – Alis „Nan“
Alis steht in einem schwarz-silbrig funkelnden Anzug mit hohem Kragen und mit Sonnenbrille da. Er selbst bewegt sich nicht, aber im Hintergrund sind auf einmal viele, viele Menschen zu sehen. Ein insgesamt unhektischer Auftritt.
Punkte 22 (Marc7/Stefan7/Simon8)
14. Malta – Aidan „Bella“
Die Szene beginnt mit einem Ornament. Aidan trägt zur schwarzen Hose eine schwarze Weste mit dezenten glitzernden Verzierungen. Meist ist er nur in Ganzkörpereinstelkung zusehen, mal auch aus der Vogelperspektive mit symmetrischen Mustern und esdreht sich auch Einiges. Am Ende steht er alleine in einem angedeutetem Pavillon. Man nimmt ihm den Verliebten glaubwürdig ab.
Punkte 30 (Marc10/Stefan10/Simon10)
15. Norwegen – Jonas Lovv „Ya ya ya“
Norwegen hat sich erwartbar auf ein rot-schwarzes Farbkonzept entschieden. Jonas hat seine schwarze Lederlatzhose und seine Körperbemalung aus der Vorentscheidung nach Wien mitgenommen. Der Hintergrund blitz zumeist rot auf und Ya Ya Ya wird nicht nur einmal eingeblendet, falls jemand den Refrain noch nicht verstanden hat.
Punkte 18 (Marc7/Stefan6/Simon5)
Nach dem letzten Halbfinalisten und dem ersten Schnelldurchlauf greift Michael zur Gitarre und interpretiert mir Victoria „You’re so Exited“, an dessen Ende Victoria nur noch einen knappen Glitzerbadeanzug trägt. Den herbeigeeilten Surftänzern dürfte der Anblick gefallen haben. Das alleine füllt natürlich nicht die ganze Pause. So wird zu einem Walzer-Flashmop in der Halle zu den Klängen von „Merci Cherie“aufgerufen, bis die Abstimmung beendet wird.
Es folgt auch eine weitere Runde des ESC-Quizes mit neuen Kandidaten, u.a. aus dem UK. Danach kann JJ noch seine neue Single „Unknown“ vorstellen; auch in der werden ein paar hohe Töne gesungen.
Während das alternative Ergebnis in der Probe bekannt gegeben wird, hier unser verpflichtendes Ergebnis:
1. 34 P. Dänemark
2. 32 P. Australien
3. 30 P. Malta
– 26 P. Frankreich
4. 26 P. Bulgarien
5. 24 P. Zypern
6. 24 P. Rumänien
– 23 P. Österreich
7. 23 P. Ukraine
8. 22 P. Albanien
9. 18 P. Norwegen
10. 18 P. Lettland
11. 17 P. Luxemburg
12. 17 P. Armenien
13. 16 P. Schweiz
— 16 P. Vereinigtes Königreich
14. 16 P. Aserbaidschan
15. 15 P. Tschechien
DObsich die Juries, die heute bereits abstimmten, an uns halten werden, lassen wir mal offen, so dass wir morgen auf einen bunten Abend mit einer spannenden Finalistenverkündigung hoffen dürfen. Die eine oder andere Überraschung werden wir danach diskutieren.