Clubtreffen 2026 – Impressionen

26. Januar 2026 Stefan Ball

Vergangene Samstag um 15:00 Uhr hob sich der Vorhang zum Clubtreffen 2026 im Waldheim zu München. Die Spannung war groß, denn nach vielen schönen und unvergesslichen Treffen unter der Organisation des alten Präsidiums und der Moderation durch Reinhard Ehret und Frank Albers, war dieses Jahr die Premiere unter der neuen Vorstandschaft und v.a. der neuen Organisationsleitung mit Jochen Voss an der Spitze.


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Dieser begrüßte mit nicht erkennbarer Premieren-Nervosität den ausverkauften Saal, bevor er mit DJ Douze Points, der Podcasterin Sina Roll von „ESC Ecktisch“ und unserem Präsidenten Michael Behr kurz in einer Podiumsdiskussion über den aktuellen Zustand des Song Contests in Deutschland sprach. Nach herrschender Meinung ist die Beitragsauswahl zur Deutschen Vorentscheidung immer noch verhalten, zu sehr national und nicht am internationalen Publikum orientiert. Die Hoffnung auf Verbesserungen bleibt aber bestehen.

Das Quartett räumte dann die Bühne für David Schuler. Er präsentiere nochmal seine Version von „Tout l’univers“, mit dem er 2025 nicht nur den CoverSongContest 2025 gewinnen konnte, sondern auch die internationale Ausgabe Eurovision Weekend auf Malta. Das Weekend 2026 wird daher in München stattfinden und unser Beitrag dafür wurde nun beim CoverSongContest 2026 gesucht.


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Nach einem kurzfristigen Ausfall betraten in einer Flaggenparade sechs Solisten und ein Duo die neu dekorierte Bühne und stellten sich dem kritischen Publikum. Die Inszenierungen waren dabei nicht nur engagiert, sondern auch sehr kreativ.

Danach startete sozusagen die Wertungsphase, in der es keineswegs langweilig wurde. Den Sieger erfuhren wir also trotz elektronischer Auswertung nicht gleich, aber die Medaillengewinner des Member Song Contests 2025 erhielten ihre Preise überreicht, zumindest der Drittplatzierte Florian Wagner und der Zweite Karl Jakob. Nur der Sieger Christian Wittkötter konnte die Auszeichnung leider nicht persönlich in Empfang nehmen.

Alexandra Wolfslast konnte anschließend nun stressfrei über ihre Erfahrungen und Erlebnisse aus mehreren Jahren Delegationsleitung zu NDR-Zeiten erzählen und entpuppte sich als ESC-Süchtige.
Der Präsident von OGAE Austria, Marcos Tritremmel, berichtete über das Neueste aus Wien und die Unterschiede zur Organisation anno 2015.

Spannend ging es weiter. Nach mehreren Jahren gab es wieder ein Quiz. Andreas Grassl hatte sich ungewöhnliche und spannende Fragen rund um den Grand Prix ausgedacht. Das ganze Publikum konnte teilnehmen. Die zwei Besten dieser Vorrunde wurden auf die Bühne gerufen und in einer musikalischen Raterunde kämpften sie um einen Freiticket für das Clubtreffen 2027. Ronnie Glaser aus Basel musste sich ganz knapp dem Münchner Martin Beischl geschlagen geben.
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Für den nächsten Höhepunkt kehrte Reinhard Ehret wieder ins Rampenlicht zurück. Er ließ es sich nicht nehmen, einen Überraschungsgast für ein Interview anzuwerben. Dafür konnte er den Thorsten Schorn vom Rhein an die Isar locken. Nach zwei Jahren aktiven Dienst als ARD-Kommentator gab es schon Einiges zu erzählen. Ob er mit seinem Vorgänger Peter Urban an Dienstjahren gleichziehen wird, schließt er nicht aus; dafür müsste er aber immerhin bis 2050 dabeibleiben.
Zuvor musste Thorsten aber noch als Glücksfee fungieren und das Los für die Wild Card für den Member Song Contest 2026 ziehen. Der Glückliche war zwar nicht vor Ort, aber dürfte sich auch so freuen.

Bevor es in die Abendpause ging musste aber noch unser Lied für das Eurovision Weekend gekürt werden. Alle Teilnehmer mussten wieder auf die Bühne und selbst den Punktestand mit Tafeln ausrechnen und anzeigen. Spontan wechselten sie nach jeder Jury den Standort in der jeweiligen Rangfolge. Nach einer spannenden Abstimmung stand Florian Binye zwar ganz am Rand, aber dafür auch auf Platz 1. Ganz hatte er sich mit Stuhl, Charme und Hut (aber ohne Schirm) „Coming Home“ des Quintetts Sjonni’s Friends, die es damit für Island 2011 immerhin ins das Finale von Düsseldorf geschafft hatten, in die Herzen der Juries gesungen.


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Nachdem die Mägen gefüllt und Neuigkeiten mit Freunden ausgetauscht waren, waren alle gespannt auf die Stargäste des Tages.

Auf eigene Initiative wollte das Duo Galant zu unserem Clubtreffen. Bei der deutschen Vorentscheidung für Malmö 2024 begeisterten Mona und Paul mit ihrer „Katze“. Sie dürften die ersten Abendgäste gewesen sein, die keinen einzigen Eurovisionstitel gesunden haben, aber auch ihr übriges Repertoire fand im Saal begeisterten Anklang.


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Danach folgte die Siegerin der Herzen von 2016. Aus der nächsten Gastgeberstadt Wien besuchte uns ZOË. Vor zehn Jahren in Stockholm war ihr Titel „Loin d?ici“ das vielleicht am häufigsten gespielte Lied im Euroclub. Der Zauber des Liedes und der Esprit der Sängerin sind aber unverändert vorhanden und am Ende freute sie sich über die immer noch weiterlebende Begeisterung.

Da mitzuhalten war nicht leicht, aber mit viele Freude und Schwung gelang es Ela. Das Drittel der Formation Elaiza berichtete zwar auch von den Inszenierungsschwierigkeiten in Kopenhagen, was aber die schönen Erinnerungen nicht trübt. Und diese Lebendigkeit übertrug sich auch in den Saal, in dem am Ende sogar Galant vor der Bühne mittanzte.

Und als krönender Abschluss wurde die männliche Hälfte des Siegerduos von Düsseldorf in das Scheinwerferlicht gerufen. Da unser Aserbaidschanisch wenig gebrauchsfähig ist, moderierte Eldar seine Titel selbst auf Deutsch an. Er führte uns musikalisch durch vier Jahrzehnte Eurovisionsmusik und wurde dabei durch einen vielköpfigen und mitunter vielstimmigen Chor begleitet.


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Aber auch dieser gelungene Abend musste einmal zu Ende gehen. Ein paar Dinge hatten sich verändert, vieles blieb aber unverändert, auch die Tradition des gemeinsamen Abschlussliedes. Dieses mal war es, auch in Erinnerung an den verstorbenen Texter Bernd Meinunger, die Hymne „Für alle“.
Nahtlos ging es dann die Eurovisionsdisko unter der Regie von DJ Ohrmeister über. Bis weit nach Mitternacht wurde getanzt, selbst Eldar blieb bis zum Schluss.

Da aber nach dem Treffen auch gleichzeitig vor dem Clubtreffen ist, freuen wir uns schon jetzt auf den nächsten Januar.

(Stefan Ball)