UPDATE: Die erste Probe von Island, Polen, Slowenien und Estland

3. Mai 2025 Frank Albers

UPDATE:
Es geht los in der St. Jakobshalle in Basel. Um 10:30 Uhr begannen die Einzelproben zum Eurovision Song Contest 2025: Den Auftrakt machten die Isländer.
Die Proben finden unter strengem Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Drei offizielle Bilder von den Proben werden erst 24 Stunden nach dem Proben von der EBU veröffentlicht. Ansonsten dringen weder Videos noch Bilder nach außen.

Dass wir Euch dennoch von den Proben berichten können, verdanken wir Heidi aus dem Online-Team der EBU. Sie darf (ohne Fotos) auf reddit berichten und ist somit in dieser ersten Probenwoche einer der wenigen Quellen.
Hier sind Heidis persönliche Eindrücke der jeweils ersten Probe von Island, Polen, Slowenien und Estland.
Am Nachmittag folgen dann noch Ukraine, Schweden und Polen
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Island: VÆB – „Róa“
Die Nummer ist im Grunde dieselbe wie die, die wir beim Söngvakeppnin gesehen haben, nur mit etwas Basel-Feinschliff: das zweiteilige Holzboot ist weiß gestrichen und es gibt auf Bühnenhöhe Wellen, und die drei Backgroundtänzer tragen verbesserte Outfits: silberne Latzhosen mit süßen Islandpullovern und silbernen Fischerhüten. Die beiden VÆB-Jungs tragen jedoch dieselben Outfits mit Kapuzen, die wir schon gesehen haben, und natürlich ihre typischen silbernen Sonnenbrillen.
Zwei interessante Dinge werden dieses Jahr mit großer Wirkung eingesetzt: Die LED-Wand im Bühnenhintergrund erstreckt sich über die gesamte Breite und Höhe und ermöglicht es den Künstlern, äußerst eindrucksvolle grafische Hintergründe zu gestalten. VÆB nutzt sie für coole geometrische Landschaften und Meereslandschaften in Neonrot und Blau, die sehr isländisch wirken, zusammen mit VÆB in riesigen Buchstaben, die wir beim nationalen Finale gesehen haben.
Auch die Vorderseite der Bühne verfügt über einen riesigen rechteckigen Rahmen, der das Dach trägt. Dieser ist auf allen drei Seiten vollständig mit LED-Säulen verkleidet, sodass Grafiken auf Vorder- und Rückseite genutzt werden können, um Tiefenschärfe zu erzeugen. Das ist wirklich clever und sieht sowohl auf der Leinwand als auch im Publikum fantastisch aus.
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Polen: Justyna Steczkowska – „Gaja“
Zeit für eine überragende Göttin: Polen ist als Nächstes dran und unsere erste Rückkehrerin der Saison. Justyna Steczkowska vertrat Polen 1995 zum ersten Mal beim Eurovision Song Contest mit dem Song „Sama“. Sie ist eine etablierte Künstlerin in Polen, die 19 Studioalben veröffentlicht, über 200 Songs aufgenommen und mehr als 3.000 Konzerte gegeben hat.
Jedes Jahr gibt es ein paar Songs, deren Bassline so tief ist, dass man sie in der Brust spüren kann. „Gaja“ ist definitiv einer davon – der Hall dröhnt durch den Boden der Arena, und für mindestens eine Minute haben wir vergessen zu atmen.

Justyna seilt sich in dieser Version zu Beginn des Songs an zwei Seilen vom Dach ab, in einem schwarzen Catsuit, der dem bei Polskie Kwalifikacje sehr ähnlich ist, nur ohne die Fransen an den Schultern. Ihre vier Backgroundtänzer (drei Männer, eine Frau) tragen ebenfalls unterschiedliche Outfits, mit gladiatorartigen Fransenröcken und SEHR hohen Absätzen – die Choreografie ist komplex, also 10/10 für die Rumpfkraft.
Die LED-Wand beginnt mit rotierenden Planeten, Wasser,Blitzen und Lava, als wäre es die Geburt des Universums. Am Ende wird Justyna vor einer Kulisse feuerspeiender Drachen wieder in den Himmel gehoben. Es ist wie ein Treffen zwischen Game of Thrones und Eurovision Song Contest und von Anfang bis Ende ein absolutes Spektakel.
Pyro-Update: Von Anfang an schwacher Rauch auf der Hauptbühne und Flammenstrahlen während jedes Refrains und beim großen Schlussakkord.
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Slowenien: Klemen – „How Much Time Do We Have Left“
Zeit für die erste Ballade des Jahres 2025. Sie ist ein absoluter Herzensbrecher von Klemen aus Slowenien, Er ist Schauspieler, Sänger, Songwriter und Fernsehmoderator. Er moderierte bereits viermal die EMA. Sloweniens nationale Auswahl, doch dieses Jahr ist er an der Reihe, sein Land beim Eurovision Song Contest zu vertreten.
„How Much Time Do We Have Left“ ist ein Lied über die Zerbrechlichkeit des Lebens, und die Inszenierung fängt dieses eindringliche Thema perfekt ein: Sowohl die LED-Wand als auch der vordere Bogen funkeln mit Tausenden von Sternen, deren Farbe im Laufe des Liedes von Rot zu Blau wechselt.
Außerdem ist es ein anderes Outfit als das, das Klemen bei den EMA trug. Bei dieser Probe trägt er einen schwarzen Anzug mit weißem T-Shirt anstelle des grauen Rollkragenpullovers. Wie wir bei den EMA gesehen haben, singt Klemen den Mittelteil kopfüber, unterstützt von zwei Backgroundtänzern. Klemens gewaltiger Gesang erfüllt den Saal mit Herz und Seele.
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Estland: Tommy Cash – „Espresso Macchiato“
Die letzte Probe vor der Mittagspause: Tommy Cash aus Estland ist da. Er ist Sänger und Konzeptkünstler mit einer riesigen Social-Media-Fangemeinde in ganz Europa  – er hat sogar schon beim Glastonbury gespielt und bringt seinen einzigartigen Stil nun nach Basel.Tommy trägt denselben blauen Anzug mit der langen roten Krawatte wie beim Eesti Laul, und auch die Choreografie ist weitgehend identisch: Zwei stämmige Sicherheitsleute werden von zwei weiteren für Tommys typische Tanzeinlage mit Spaghettibeinen begleitet.Die LED-Kulisse erzeugt eine alpine Landschaft, die zu den Bergen am Bühnenrand passt, mit ähnlichen animierten Grafiken wie beim Eesti Laul, nur viel größer und markanter. Dieses Lied hat eine richtig tolle Energie ? man kann einfach mitsingen.
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Nach der Mittagspause geht es weiter.