Island wird nicht in Wien teilnehmen, den ESC aber übertragen

10. Dezember 2025 Frank Albers

Auf der heutigen Vorstandssitzung des Senders RÚV hat sich die Mehrheit dafür ausgesprochen, dass Island 2026 nicht am ESC teilnehmen wird. Begründet wird dies primär mit der Teilnahme Israels.

Vor der Zentrale von RÚV hatten sich mehrere Demonstranten mit Palästinenser-Fahnen  eingefunden, die den Rückzug Islands vom ESC forderten, darunter auch Paul Oscar, der aktuell einer der prominentesten Spracher in Island gegen eine Teilnahme am ESC 2026 ist.
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Nachdem sich bereits im Vorfeld sowohl der Vorstandsvorsitzende als auch seine Stellvertreterin gegen eine Teilnahme Islands am ESC 2026 ausgesprochen hatten, kam die Entscheidung nicht sehr überraschend.
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In einer Pressemitteilung von RÚV vom 10. Dezember heißt es:
„Die öffentliche Debatte in diesem Land und die Reaktionen auf die Entscheidung der EBU von letzter Woche zeigen deutlich, dass die Teilnahme von RÚV am Eurovision Song Contest weder Freude noch Frieden bringen wird. Daher teilt RÚV der EBU heute mit, dass RÚV im nächsten Jahr nicht am Eurovision Song Contest teilnehmen wird.
Song Contest und Eurovision hatten stets das Ziel, das isländische Volk zu vereinen. Nun ist jedoch klar, dass dieses Ziel nicht erreicht werden kann, und diese Entscheidung wurde aus diesen programmatischen Gründen getroffen. Es ist noch nicht entschieden, ob RÚV im nächsten Jahr „Söngvakeppni“ (die bisherige nationale Vorentscheidung zum ESC, d.R.) veranstalten wird. Die verschiedenen Optionen werden derzeit geprüft, und eine Entscheidung wird bekannt gegeben, sobald sie vorliegt.“

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Im Anschluss an die Sitzung wurde bekannt, dass RÚV den Eurovision Song Contest 2026 übertragen wird, obwohl Island selbst nicht am Start ist.

Der Generaldirektor von RÚV sagte dazu:
Wir treffen keine Entscheidung, irgendeine Nation von einzelnen Sportveranstaltungen oder Ähnlichem auszuschließen. Wir senden unser Programm. Es gibt weiterhin viele Menschen, die großes Interesse daran haben, den Eurovision Song Contest zu verfolgen und diese werden dies in Zukunft auch weiterhin über unsere Medien tun können.“
Er merkte zudem noch an, dass der israelische Beitrag wie die Beiträge der anderen Länder gezeigt werden wird.

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Quelle: RÚV
Foto: 1. EBU/Bennett, 2. Screenshot RÚV