Kanada nimmt am ESC 2027 teil

1. Juli 2026 Frank Albers

Die European Broadcasting Union (EBU) und ihr neuestes Mitglied CBC/Radio-Canada, die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt Kanadas, freuen sich bekannt zu geben, dass Kanada am Eurovision Song Contest 2027 in Bulgarien teilnehmen wird.
Kanada ist das erste neue Land, das seit Australien im Jahr 2015 beim Eurovision Song Contest mitwirkt, und wird bei seinem Einstieg in den Wettbewerb im kommenden Jahr in den Halbfinalen antreten. CBC/Radio-Canada wird im Laufe dieses Jahres Einzelheiten zur Auswahl des kanadischen Beitrags bekannt geben.

Das Interesse und die Begeisterung der Kanadier für den Eurovision Song Contest seien groß, schreibt die EBU in ihrer Pressemitteilung vom 1. Juli.
Beim 70. Eurovision Song Contest im Mai belegte Kanada einen der ersten drei Plätze bei der Abstimmung in der Kategorie „Rest der Welt“. Zudem zählten Kanadier zu den größten Ticketkäufern außerhalb Europas; viele reisten eigens nach Wien, um die Halbfinals und das große Finale zu verfolgen.
Die heutige Meldung folgt auf die Ankündigung der vergangenen Woche, dass CBC/Radio-Canada Vollmitglied der EBU geworden ist. Damit wurde der Weg für eine Teilnahme am Eurovision Song Contest geebnet – beginnend mit der 71. Ausgabe im kommenden Jahr.

Marie-Philippe Bouchard, Präsidentin und CEO von CBC/Radio-Canada, erklärte: „An diesem ‚Canada Day‘, an dem wir gemeinsam mit Kanadiern im ganzen Land und auf der ganzen Welt den Reichtum und die Vielfalt der kanadischen Kultur feiern, freuen wir uns sehr, bestätigen zu können, dass wir das weltweit größte Live-Musikereignis zu den Kanadiern bringen werden. Unsere Teilnahme am Eurovision Song Contest, die im nächsten Jahr in Bulgarien beginnt, bietet kanadischen Talenten die Möglichkeit, sich auf einer der traditionsreichsten Musikbühnen der Welt zu präsentieren. Zudem können Fans in Kanada den Song Contest weiterhin verfolgen und abstimmen – so wie sie es schon seit Jahren tun -, nun jedoch mit der zusätzlichen Spannung, ihr eigenes Land auf der Eurovision-Bühne vertreten zu sehen.“

Martin Green CBE, Direktor des Eurovision Song Contest bei der EBU, fügte hinzu: „Wir freuen uns außerordentlich, CBC/Radio-Canada in der Familie des Eurovision Song Contest willkommen zu heißen – ein weiteres Zeichen dafür, dass sich der Wettbewerb, auch wenn er in Europa entstanden ist, weiterhin der ganzen Welt öffnet. Kanada verbindet eine stolze und denkwürdige Geschichte mit dem Wettbewerb; kanadische Künstler – allen voran die Siegerin von 1988, Céline Dion – standen schon oft auf unserer Bühne und haben beim Publikum weltweit einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Da CBC/Radio-Canada nun als EBU-Vollmitglied am Wettbewerb teilnehmen kann, freuen wir uns darauf, dass Kanada seine eigene Stimme, Kreativität und Energie auf die Bühne des Eurovision Song Contest in Bulgarien im Jahr 2027 bringt.“

Die EBU bestätigte zudem, dass der ESC in Kanada ausgerichtet werden würde in dem Fall, dass Kanada den ESC gewinnt. Dies unterscheidet die Teilnahme Kanadas von der Australiens. Australiens Sender ist weiterhin nur Gast beim ESC und muss im Falle eines Sieges den Contest in Kooperation mit einem europäischen Sender ausrichten.

Auch Kanadas Premierminister Mark Carney persönlich äußerte sich in seiner Rede zur Eröffnung des „Canada Days“ zur ersten Teilnahme seines Landes an der größten Live-Musikshow der Welt und gab mehr oder weniger direkt bekannt, dass der Sender CBC eine nationale Vorentscheidung durchführen wird, um den kanadischen Beitrag für den ESC 2027 in Bulgarien auszuwählen. Er formulierte es zumindest so, dass es sich so verstehen lässt: „alle Kanadier und Kanadierinnen werden über die Auswahl des Beitrags entscheiden“.

Quelle und Grafik: EBU