Meet & Greet Albanien: Kleine Geheimnisse und schwarze Katzen

30. April 2022 Reinhard Ehret

Die erste Mini-PK namens ‚Meet & Greet‘ ist in Turin über die Bühne gegangen. In einem gähnend leeren und offenbar großen Raum beantwortete Ronela Hajati aus Albanien die zuvor durch Online-Akkreditierte eingebrachten Fragen. Die Veranstalter vor Ort kämpfen wohl noch ein wenig mit der Technik, was sich durch einen leicht knarzenden Ton, einige Minuten Verspätung und einer Leitungsunterprechung nach zehn Minuten erahnen lässt. Mit grüngelber Tüllschleppe, bunter Teilgesichtsbemalung und fies langen und nicht minder bunten Fingernägeln thronte Ronela auf der Gesprächsbühne und bemängelte zunächst den Aufnahmewinkel der Kameraleute. Sie möchte am liebsten frontal eingefangen werden – nicht von der rechten Seite.

Es sei eine verrückte Sache, beim ESC zu sein, sagte sie. Aber für großen Begeisterungs-Überschwang sei kaum Platz. Natürlich sei sie freudig aufgeregt, aber als Pedantin will sie so gut wie möglich sein und ihren Auftritt perfekt haben. Natürlich werde sie noch an Kleinigkeiten arbeiten und optimieren – uns sei es am Outfit. Ein paar Geheimnisse von sich gab sie preis, obschon sie – wie sie bekannte – nur wenige habe. Schwarze Katzen brächten ihr offenbar kein großes Glück. Sie starrten sie oft merkwürdig an. Beim letzten Mal seien kurz darauf ihre Großmutter und ihr Vater verstorben. Dabei liebe sie Katzen, aber über die schwarzen habe sie deshalb bereits einen Song gemacht. Die Botschaft ihres Liedes und ihres Auftritts sei: Jeder kann lieben wen er möchte – selbst wenn es sein Geheimnis bleiben soll.

Ronela wirkte sehr selbstsicher und selbstbewusst – wie ein echter Profi eben. Aber genau das sei auch ein kleines Geheimnis: Diese Außenwirkung ist nicht immer ihr wahres Abbild. Sie weint recht oft, mag es aber gar nicht, wenn das jemand bemerkt. Wir dürfen wirklich gespannt sein, wie sich diese Souveränität, die Ronela im Interview an den Tag legte, bühnentechnisch darstellt. Bislang bleibt das aber ein ‚Sekret‘.

(Foto: EBU/Screenshot)