
21. November 2025 Frank Albers
Die EBU hat eine Reihe neuer Regeln für den ESC bekannt gegeben. Die Änderungen wurden nach Konsultationen mit den Mitgliedssendern im Anschluss an den ESC 2025 eingeführt.
Die BU und die Reference-Group reagieren damit auf die starke Kritik und die Wünsche mehrerer EBU-Mitgliedssender.
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Wiedereinführung der Jury im Halbfinale
Die Fachjurys kehren erstmals seit 2022 ins Halbfinale zurück. Nach dem Wettbewerb in Turin waren sie dort nicht mehr vertreten, da mehrere Länder durch Absprachen versucht hatten, die Ergebnisse zu manipulieren.
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Erweiterte Jury
Die Jury wird von 5 auf 7 Mitglieder erweitert und setzt sich aus Experten verschiedenster Berufsfelder zusammen. Zu den akzeptierten Rollen für Juroren gehören nun Musikjournalisten und -kritiker, Musiklehrer, Kreativschaffende wie Choreografen und Regisseure sowie erfahrene Persönlichkeiten der Musikbranche.
Darüber hinaus müssen mindestens zwei Juroren zwischen 18 und 25 Jahre alt sein. Diese Regelung soll der Attraktivität des Eurovision Song Contest für ein jüngeres Publikum Rechnung tragen.
Die Juroren müssen eine formelle Erklärung unterzeichnen, in der sie bestätigen, unparteiisch abzustimmen, sich nicht mit anderen Juroren abzusprechen und ihre Präferenzen nicht in den sozialen Medien zu teilen.
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Promotion von Liedern
Die neuen Regeln sollen „unverhältnismäßige Werbekampagnen verhindern, insbesondere wenn diese von Dritten, einschließlich Regierungen oder Regierungsbehörden, durchgeführt oder unterstützt werden“. Teilnehmende Sender und Künstler dürfen sich nicht mehr aktiv an Werbekampagnen Dritter beteiligen, diese unterstützen oder dazu beitragen, die das Abstimmungsergebnis beeinflussen könnten.
Diese Regel bedeutet, dass es Künstlern nun untersagt ist, aktiv an der Promotion ihres Liedes mitzuwirken, wenn dieses von einer nationalen Regierung beworben wird. Kampagnen von teilnehmenden Sendern allein sind nach den neuen Regeln weiterhin zulässig.
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Reduzierung der Stimmenanzahl
Die Anzahl der Stimmen pro Zahlungsmethode wurde von 20 auf 10 reduziert. Dies ist die niedrigste Stimmenanzahl seit Anfang der 2000er Jahre.
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Technische Sicherheitsvorkehrungen
Die EBU wird gemeinsam mit ihrem Abstimmungspartner Once die Sicherheitssysteme des Wettbewerbs erweitern, „um betrügerische oder koordinierte Abstimmungsaktivitäten zu erkennen und zu verhindern sowie die Überwachung verdächtiger Muster zu verstärken, um das Vertrauen in die Ergebnisse der Publikumsabstimmung zu wahren.“
Die Regeländerungen wurden von der Eurovision Song Contest Reference Group genehmigt und werden nach dem Eurovision Song Contest 2026 noch einmal überprüft.
Die EBU-Mitglieder „werden gebeten, dieses Maßnahmenpaket zu prüfen und zu entscheiden, ob es ihren Bedenken hinsichtlich einer Teilnahme ohne Abstimmung ausreicht.“
Anschließend wird die EBU mit den Mitgliedern die Teilnahme am Wettbewerb bestätigen. Die Liste der teilnehmenden Sender wird vor Weihnachten bekannt gegeben.
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Martin Green, Direktor des Eurovision Song Contest, erklärte:
„Wir haben zugehört und gehandelt. Die Neutralität und Integrität des Eurovision Song Contest sind für die EBU, ihre Mitglieder und unser gesamtes Publikum von höchster Bedeutung. Es ist unerlässlich, dass die Fairness des Wettbewerbs jederzeit gewahrt bleibt. Wir ergreifen klare und entschlossene Maßnahmen, um sicherzustellen, dass der Wettbewerb ein Fest der Musik und der Einheit bleibt. Der Wettbewerb soll ein neutraler Raum bleiben und darf nicht instrumentalisiert werden.“
„Parallel zu den heute angekündigten Änderungen werden wir auch die Durchsetzung unserer bestehenden Regeln verstärken, um jeglichen Missbrauch des Wettbewerbs, beispielsweise durch Liedtexte oder Bühnengestaltung, zu verhindern. Wir werden eng mit den Mitgliedern zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass sie die Regeln und Werte, die den Songwettbewerb definieren, vollständig verstehen und auch für deren Einhaltung verantwortlich sind.“
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Quelle: EBU