UPDATES: Spanien, Irland, Slowenien und Niederlande werden nicht in Wien dabei sein

4. Dezember 2025 Frank Albers

 

Bei der EBU General-Versammlung am 4. Dezember wurde über die von der Europäischen Rundfunkunion (EBU) empfohlenen Änderungen abgestimmt.
Die Regeländerungen wurden mit großer Mehrheit angenommen, sodass keine weitere Abstimmung über die Teilnahme Israels am Eurovision Song Contest stattfand. Israel kann somit in Wien teilnehmen.

Nach der Diskussion erklärte EBU-Präsidentin Delphine Ernotte Cunci: „Das Ergebnis dieser Abstimmung beweist das gemeinsame Engagement unserer Mitglieder für Transparenz und Vertrauen beim Eurovision Song Contest, dem weltweit größten Live-Musik-Event. Ich danke allen Mitgliedern für ihre durchdachten, respektvollen und konstruktiven Beiträge während der heutigen Sitzung und des gesamten diesjährigen Konsultationsprozesses. Diese Diskussionen haben zu wichtigen Regeländerungen beim Eurovision Song Contest geführt und stellen sicher, dass er weiterhin ein Ort der Einheit und des kulturellen Austauschs bleibt.“

Der niederländische Sender AVROTROS hat darauf hin heute Abend seine Teilnahme am Eurovision Song Contest zurückgezogen.
Der spanische Sender RTVE bestätigte ebenfalls seinen Rückzug aus dem Wettbewerb, sowie auch RTÉ aus Irland und RTVSLO aus Slowenien.
Islands Sender RÚV wird am Mittwoch final über seine Teilnahme entscheiden. Auch in Belgien hat der zuständige Sender RTBF noch nicht abschließend entschieden. Hier steht nur fest, dass der Contest in Belgien 2026 übertragen werden wird.
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Nach interner Beratung hat „Wacklekandidat“ Portugals Sender RTP inzwischen, die Teilnahme zugesagt.
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Nach aktuellem Stand werden sich somit vier Länder  vom ESC 2026 zurückziehen (Spanien, Slowenien, Irland und Niederlande). Diese Zahl könnte sich noch auf sechs Länder erhöhen, abhängig von den Entscheidungen in Island und Belgien.
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Alle anderen Sender und Länder, die in den letzten Wochen ihre Teilnahme angekündigt hatten, sind somit wohl an Bord.
Nach aktuellem Stand können wir also mit einer Teilnehmerzahl von 35 – 38 Ländern rechnen (ein Debut von Kasachstan und Kanada schon eingerechnet).
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Irlands RTÈ veröffentlichte dazu:
„Nach der heutigen Wintergeneralversammlung der EBU in Genf, auf der Israels Teilnahme am Eurovision Song Contest 2026 bestätigt wurde, bleibt die Position von RTÉ unverändert. RTÉ wird weder am Eurovision Song Contest 2026 teilnehmen noch den Wettbewerb übertragen. RTÉ hält die Teilnahme Irlands angesichts des entsetzlichen Verlusts an Menschenleben im Gazastreifen und der dortigen humanitären Krise, die weiterhin das Leben so vieler Zivilisten gefährdet, für unverantwortlich. RTÉ ist zutiefst besorgt über die gezielten Tötungen von Journalisten im Gazastreifen während des Konflikts und die anhaltende Verweigerung des Zugangs für internationale Journalisten zu dem Gebiet.“
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Von AVROTROS in den Niederlanden hieß es:
AVROTROS hat beschlossen, 2026 nicht am Eurovision Song Contest teilzunehmen. Dieser Entscheidung ist das Ergebnis eines sorgfältigen Prozesses, in dem Informationen von einer Vielzahl von Interessengruppen eingeholt wurden: vom israelischen Botschafter über Amnesty International, die EBU und verschiedene europäische öffentlich-rechtliche Sender bis hin zu unserem eigenen Verbandsrat, Betriebsrat und Aufsichtsrat sowie den vielen tausend Eurovision-Fans, die sich an uns gewandt haben. AVROTROS kommt nach Abwägung aller Umstände zu dem Schluss, dass eine Teilnahme unter den gegenwärtigen Umständen mit den für uns wesentlichen öffentlichen Werten unvereinbar ist. Die Entscheidung wurde in enger Abstimmung mit der gemeinnützigen Organisation getroffen, die diese Überlegung respektiert und unterstützt.“
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Von Seiten des slowenischen Senders RTVSL hießt es:
Zum dritten Mal in Folge fordert die Öffentlichkeit, dass wir die Zusammenarbeit mit Ländern, die andere Länder angreifen, ablehnen. Wir müssen die europäischen Standards für Frieden und Verständigung einhalten. Der Eurovision Song Contest war von Anfang an ein Ort der Freude und des Glücks; die Künstler und das Publikum wurden durch die Musik vereint, und so soll es auch bleiben.“
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Aus Spanien können wir von RTVE hören:
„RTVE hat den Rückzug Spaniens vom Eurovision Song Contest bekannt gegeben. Dies folgt auf die heutige Abstimmung bei der 95. Generalversammlung der EBU in Genf, bei der Israel im europäischen Musikwettbewerb verbleibt. Der RTVE-Verwaltungsrat hatte bereits im vergangenen September beschlossen, dass Spanien seine Teilnahme am Eurovision Song Contest zurückziehen würde, falls Israel teilnehmen sollte. Der Rückzug Spaniens vom Festival bedeutet auch, dass RTVE den Eurovision Song Contest 2026 nicht übertragen wird.“