Noch 17 Tage bis zum Eurovision Song Contest 2024

Technical Disorder in Turin

4. Mai 2022 Stefan Ball

Einer der bekanntesten Stze der Eurovisionsgeschichte entschlpfte der Moderatorin Erica Vaal des Grand Prixs 1967 in Wien “I hope our technical disorder will get in order”. Grund waren Probleme bei der ersten elektronischen ESC-Wertungstafel. 1967 war auch ein bemerkenswertes Bhnenrequisit im Einsatz: groe, sich drehende Spiegel, die ungewollt die nackten Fe der Siegerin Sandy Shaw zeigten.

Auch spter wurden groe Drehmomente aufgebaut. 1977 sa das Pariser Orchester auf einer Art riesigem Drehteller, 1999 in Jersualem bewegten sich zwar nicht die Zeiger der Uhr, aber die eines halbrunden Strahlenkranzes und 20 Jahre zuvor an gleicher Stelle verdrehten sich groe bereinandergestapelte Kreise in zweidimensionale Figuren.

Dieser Requisite aus 1979 nicht unhnlich ist auch die Bhne 2022. Nur wnschten sich die Veranstalter, dass sie Frau Vaals Satz wiederholen knnten. 1967 zeigte die Wertungstafel am Ende den richtigen Punktestand, die Turiner Bhne, die eine Sonne darstellen soll, macht aber nicht was sie soll.

Eigentlich sollten sich die einzelnen Bgen einfach drehen lassen, es ist aber wohl Sand ins Getriebe gekommen. Das hat zur Folge, dass nur die mit Lampen bestckte Seite zu sehen ist und die Rckseite, die als LED-Wand dienen sollte, nicht zu sehen ist. Da das Problem voraussichtlich auch nicht rechtzeitig behoben werden kann, wird die Bhnensonne also bei allen 40 Auftritten statisch bleiben, was einige Delegationen zu Umplanungen zwang, darunter Litauen und Dnemark. Bereits 2018 in Lissabon war zu bemerken, wie hilflos manche Kreative darauf reagieren, wenn keine LED-Wand zur Verfgung steht.

Whrend der Pausenprogramme und der Erffnung soll aber noch etwas Bewegung ins Spiel kommen.

Bild: 2022 EBU, 1979 Bildschirmfoto