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Neu: Playback-Chor wird zugelassen

Mehr Konserve – weniger live: Stehen wir vor dem Ende der echten Chorstimmen? Wie die EBU am Freitag bekannt gab, müssen im kommenden Jahr beim Song Contest die Harmoniestimmen nicht mehr von Chorsängern live dargeboten werden, sondern dürfen Teil des Halbplaybacks sein. Damit setzt sich das „schwedische Modell“ immer mehr durch. Die Grundregeln des SVT-„Melodifestivalen“ und die langjährigen Bestrebungen rund um das Produktionsteam Christer Björkmans werden immer mehr zur internationalen Realität. Der Beschluss der „Reference Group“ des ESC soll zunächst probeweise nur für 2021 gelten. Man begründet dies zunächst damit, dass die Delegationen – ob des verzichtbaren Chor-Personals – kleiner sein können. In Zeiten unvorhersehbarer Krisen wie der Corona-Pandemie soll damit bestmöglich sichergestellt werden, dass es 2021 überhaupt einen Contest geben kann. Im Verlauf des auf der ESC-Seite der EBU nachlesbaren Artikels rückt man aber immer mehr raus mit der Sprache. Der neue Executive Supervisor Martin Österdahl sieht diesen Schritt in der – aus seiner Sicht – erfolgreichen Reihe der jüngsten Veränderungen, an denen er ganz offenbar maßgeblich beteiligt war: Die redaktionelle Festsetzung der Startreihenfolge und die verknappte und stark umgebaute Voting-Prozedur. Mit den Playback-Harmonien ginge man „mit der Zeit“, eröffne den Delegationen mehr kreative Möglichkeiten und Vielfalt, bringe die Auftrittsmöglichkeiten näher an die eigentlichen Produktionen und Kompositionen – und helfe einigen Sendeanstalten obendrein noch beim Sparen von Reisekosten.

Nach dem Wegfall des Orchesters und der Sprachregelung, aber auch der beiden genannten starken Veränderungen der letzten Jahre, verliert damit der Eurovision Song Contest durch das optionale Fernbleiben des Live-Chors ein weiteres Original-Element von einst. Ganz nebenbei fällt damit auch im Grunde die Regel, dass maximal sechs Stimmen singen dürfen. Wir werden dieses Thema ausführlich in unserer nächsten EURO-VOICE behandeln. Schreibt uns deshalb Eure Meinungen dazu auf unserer facebook-Seite. Wir sind gespannt, wie Ihr das Ganze seht.